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WandzeitungSteinbrener/Dempf & Huber

Wandzeitung

Die Schaufensterfront seines Studios nutzt das Künstlerkollektiv Steinbrener/Dempf & Huber seit dem Jahr 2010 für sein Projekt „Wandzeitung“. Rund 30 Meter lang ist dieses öffentliche Display gesellschaftlicher Diskurse in der Glockengasse/Rotensterngasse in der Wiener Leopoldstadt und zählt inzwischen beinahe 60 Ausgaben.

Angesichts der globalen, politischen und sozialen Spannungen versteht sich die „Wandzeitung“ verstärkt als Plattform für den Dialog zwischen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, NGOs und Institutionen. Im öffentlichen Raum sollen, alle zwei Monate wechselnd, Themen wie soziale Gerechtigkeit und Migration ebenso Platz finden wie Fragen der Meinungsfreiheit und Fake News für ein möglichst breites Publikum verhandelt werden.

Am 27. März 2026 (Eröffnung 19 Uhr) erscheint unter dem Titel „Demokratie statt Macht der Konzerne“ die Wandzeitung #62 (27.3. bis Mitte/Ende Mai 2026). Goliathwatch thematisiert darin die Macht der Großkonzerne, Untertitel: Gegen menschen- und naturfeindlichen Marktfundamentalismus, für Solidarität und polit-ökonomische Selbstemanzipation. Ergänzt wird die Wandzeitung #62 durch künstlerische Arbeiten von Klaus Staeck.
Umweltzerstörung, soziale Ungleichheit, der drohende Funktionsverlust demokratischer Prozesse – viele der gegenwärtigen Herausforderungen und Krisen korrelieren wesentlich mit dem Handeln von Konzernen. Die Mitmach-NGO Goliathwatch setzt sich als Teil der globalen konzernkritischen Bewegung mit gezielten Aktionen und Kampagnenarbeit für eine Wirtschaft ein, in der das Gemeinwohl über den Profitinteressen Einzelner steht. Erfolge wie eine gewonnene Klage gegen Facebook/Meta, das Zurückdrängen von Hass und Fake im Algorithmus von Google oder das Engagement für ein bundesdeutsches Lieferkettengesetz zeigen: Widerstand wirkt.Der gemeinnützige Verein wurde 2017 in Hamburg gegründet.

*** Die Wandzeitungen im Überblick ***

Wandzeitung #59 (16.9.2025 bis 15.11.2025) blickt auf neoliberale Wirtschaftspolitik und präsentiert bis Mitte November 2025 Auszüge aus dem Buch „Angst und Angstmacherei: Für eine Wirtschaftspolitik, die Hoffnung macht“ mit einer künstlerischen Intervention von Michael Heindl.

Markus Marterbauer, seit 2025 Finanzminister und Martin Schürz, der seit mehr als 20 Jahren zur Vermögensverteilung forscht, halten in dem 2022 bei Zsolnay erschienenen Buch ein Plädoyer für hohe Mindeststandards in einem besseren Sozialstaat, Löhne, von denen man gut leben kann und eine Begrenzung des Reichtums. Michael Heindls Arbeiten aus der Werkreihe „God Helps Winners Only“ lesen sich ergänzend dazu als visuelle Kommentare zur kapitalistischen und neoliberalen Wirtschaftslogik.

Wandzeitung #60 (17.11.2025 bis 27.1.2026): „Migrationspanik. Wie Abschottungspolitik die autoritäre Wende befördert“ - Judith Kohlenberger/Lisl Ponger
Die Kulturwissenschafterin und Migrationsforscherin Judith Kohlenberger analysiert den steigenden Wunsch nach einer „starken Hand“ in der Politik und hartem Durchgreifen in der Migrationspolitik. Lisl Ponger schenkt mit Arbeiten zu Stereotypen, Rassismen und der Konstruktion des Blicks eine zusätzliche Perspektive.

Wandzeitung #61 (30.1. bis 26.3.2026): „Hinsehen. Von Max Winters Sozialreportage zur künstlerischen Demontage fotografischer Objektivität“ - Fritz Kallinger / Larry Sultan und Mike Mandel
Historiker Fritz Kallinger wirft einen Blick ins frühe 20. Jahrhundert und verbindet diesen mit heutigen Fragen medialer Glaubwürdigkeit. Kallinger zeigt, wie journalistische Pioniere wie Max Winter durch systematische Dokumentation sozialer Missstände den Journalismus als gesellschaftliche Kontrollinstanz etablierten. Aufnahmen von Larry Sultan und Mike Mandel aus ihrem einflussreichen Fotobuch „Evidence“ (1977) werfen Fragen zum Wahrheitsgehalt visueller Informationen und dokumentarischer Beweise auf.

Wandzeitung #62 (27.3.2026 bis Mitte/Ende Mai 2026): „Demokratie statt Macht der Konzerne!“ - Goliath-Watch/ Klaus Staeck
Die Aktivist*innengruppe will im Zusammenspiel von gelebter Alternative, Bildung, Protest und Politik Veränderung gestalten. Nur gemeinsam gelänge es, zu einer Wirtschaft im Dienst aller Menschen und der Natur zu gelangen.

Wandzeitung #63 (Mai/Juni 2026): „Gegen Wegwerfarchitektur: Weniger, dichter, dauerhafter bauen“ - Vittorio Magnago Lampugnani/GuerillaArchitects
Architekt und Stadtwissenschafter Lampugnani baut seine Überlegungen zu einer nachhaltigen Baukultur auf der Skizze des städtebaulichen und architektonischen Konsumismus auf. Das Berliner Künstler*innenkollektiv Guerilla Architects fragt in Interventionen und sozialkritischen Projekten nach politischen, juristischen und räumlichen Grauzonen.

Wandzeitung #64 (Juli/August 2026): „Undisziplinierte Intelligenz“ - Technopolitics
ist eine transdisziplinäre Plattform bestehend aus Künstler*innen, Journalist*innen, Forscher*innen, Designer*innen und Entwickler*innen. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Einsatzes von KI in unserer Gesellschaft diskutiert Technopolitics den problematischen, kulturell geprägten Begriff der „Intelligenz“.

Wandzeitung #65 (September/Oktober 2026): „Die kybernetische Kriegsmaschine – Drohnenkrieg, Satellitenabhängigkeit und die neue Verwundbarkeit der Weltordnung“ - Günes Holler/Catrin Bolt
Die in Wien und London tätige Soziologin lenkt den Blick auf die neue Realität der Kriegsführung mit KI-gesteuerten Drohnenangriffen und deren Abhängigkeit von kommerziellen Satellitendiensten. Mit künstlerischen Interventionen von Catrin Bolt.

Ort

An der Ecke Glockengasse 6/ Rotensterngasse, 1020 Wien

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WandzeitungSteinbrener/Dempf & Huber

Zeitraum

16. September 2025 – 15. Oktober 2026

U2 Taborstraße, U1 Nestroyplatz

Aktuelle Ausgabe:

#62: Demokratie statt Macht der Konzerne! Goliathwatch / Klaus Staeck

Vermittlung - Veranstaltungen

Links

"Wandzeitung" - Projekt-Webseite