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WandzeitungSteinbrener/Dempf & Huber

Wandzeitung

Die Schaufensterfront seines Studios nutzt das Künstlerkollektiv Steinbrener/Dempf & Huber seit dem Jahr 2010 für sein Projekt „Wandzeitung“. Rund 30 Meter lang ist dieses öffentliche Display gesellschaftlicher Diskurse in der Glockengasse/Rotensterngasse in der Wiener Leopoldstadt und zählt inzwischen beinahe 60 Ausgaben.

Angesichts der globalen, politischen und sozialen Spannungen versteht sich die „Wandzeitung“ verstärkt als Plattform für den Dialog zwischen Künstler*innen, Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen, NGOs und Institutionen. Im öffentlichen Raum sollen, alle zwei Monate wechselnd, Themen wie soziale Gerechtigkeit und Migration ebenso Platz finden wie Fragen der Meinungsfreiheit und Fake News für ein möglichst breites Publikum verhandelt werden.

KÖR Wien hat sechs Ausgaben der Wandzeitung ermöglicht.

*** Die Wandzeitungen im Überblick ***

Wandzeitung #59 (ab 16.9.2025) blickt auf neoliberale Wirtschaftspolitik und präsentiert bis Mitte November 2025 Auszüge aus dem Buch „Angst und Angstmacherei: Für eine Wirtschaftspolitik, die Hoffnung macht“ mit einer künstlerischen Intervention von Michael Heindl.
Markus Marterbauer, seit 2025 Finanzminister und Martin Schürz, der seit mehr als 20 Jahren zur Vermögensverteilung forscht, halten in dem 2022 bei Zsolnay erschienenen Buch ein Plädoyer für hohe Mindeststandards in einem besseren Sozialstaat, Löhne, von denen man gut leben kann und eine Begrenzung des Reichtums. Michael Heindls Arbeiten aus der Werkreihe „God Helps Winners Only“ lesen sich ergänzend dazu als visuelle Kommentare zur kapitalistischen und neoliberalen Wirtschaftslogik.

Wandzeitung #60 (ab 17.11.2025): „Migrationspanik. Wie Abschottungspolitik die autoritäre Wende befördert“ – Judith Kohlenberger/Lisl Ponger
Die Kulturwissenschafterin und Migrationsforscherin Judith Kohlenberger analysiert den steigenden Wunsch nach einer „starken Hand“ in der Politik und hartem Durchgreifen in der Migrationspolitik. Lisl Ponger schenkt mit Arbeiten zu Stereotypen, Rassismen und der Konstruktion des Blicks eine zusätzliche Perspektive.

Wandzeitung #61 (ab 30.1.2026): „Hinsehen. Von Max Winters Sozialreportage zur künstlerischen Demontage fotografischer Objektivität“ – Fritz Kallinger / Larry Sultan und Mike Mandel
Historiker Fritz Kallinger wirft einen Blick ins frühe 20. Jahrhundert und verbindet diesen mit heutigen Fragen medialer Glaubwürdigkeit. Kallinger zeigt, wie journalistische Pioniere wie Max Winter durch systematische Dokumentation sozialer Missstände den Journalismus als gesellschaftliche Kontrollinstanz etablierten. Aufnahmen von Larry Sultan und Mike Mandel aus ihrem einflussreichen Fotobuch „Evidence“ (1977) werfen Fragen zum Wahrheitsgehalt visueller Informationen und dokumentarischer Beweise auf.

Wandzeitung #62 (ab 27.3.2026): „Demokratie statt Macht der Konzerne!“ – Goliath-Watch / Klaus Staeck
Die Aktivist*innengruppe will im Zusammenspiel von gelebter Alternative, Bildung, Protest und Politik Veränderung gestalten. Nur gemeinsam gelänge es, zu einer Wirtschaft im Dienst aller Menschen und der Natur zu gelangen. Goliathwatch thematisiert in der Wandzeitung #62 die Macht der Großkonzerne - Untertitel: Gegen menschen- und naturfeindlichen Marktfundamentalismus, für Solidarität und polit-ökonomische Selbstemanzipation. Ergänzt wird die Wandzeitung #62 durch künstlerische Arbeiten von Klaus Staeck.

Wandzeitung #63 (ab 19.5.2026): „Gegen Wegwerfarchitektur!“ – Vittorio Magnago Lampugnani / raumlabor Berlin - mit einem Kommentar von Hannes Stiefel
Architekt und Stadtwissenschafter Lampugnani baut seine Überlegungen zu einer nachhaltigen Baukultur auf der Skizze des städtebaulichen und architektonischen Konsumismus auf. Lampugnanis „Gegen Wegwerfarchitektur“ erfährt in der Wandzeitung #63 einen Kommentar durch Hannes Stiefel, der auf der Akademie der bildenden Künste die Plattform „Ökologie, Nachhaltigkeit und Kulturerbe“ (ESC) am Institut für Kunst und Architektur (IKA) leitet. Die visuelle „Begleitung“ des Projektes kommt vom Raumlabor Berlin.

Wandzeitung #64 (ab 14.7.2026): „Maschinen lernen nichts: Die Wiener KI-Gespräche von KI analysiert" – Klaus Speidel / Carlo Zappella
"Maschinen lernen nichts" basiert auf den Wiener KI-Gesprächen, bei welchen Klaus Speidel seit Jänner 2025 in unterschiedlichen Institutionen mit Expert*innen und den Wiener Bürger*innen ins Gespräch kommt, unter anderem zum Thema „KI und das Falsche“, „KI und Arbeit“, „KI und Musik“ und „KI und psychische Gesundheit“. Für die Wandzeitung hat Speidel mithilfe verschiedener KI-Systeme Zitate dieser Gespräche auswählen und kommentieren lassen.

Ausblick auf die nächste Wandzeitung:

Wandzeitung #65 (September/Oktober 2026): „Die kybernetische Kriegsmaschine – Drohnenkrieg, Satellitenabhängigkeit und die neue Verwundbarkeit der Weltordnung“ - Günes Holler/Catrin Bolt

Ort

An der Ecke Glockengasse 6/ Rotensterngasse, 1020 Wien

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WandzeitungSteinbrener/Dempf & Huber

Zeitraum

16. September 2025 – 15. Oktober 2026

U2 Taborstraße, U1 Nestroyplatz

Aktuelle Ausgabe (bis Mitte Juli):

#63: Gegen Wegwerfarchitektur: Weniger, dichter, dauerhafter bauen
Vittorio Magnago Lampugnani/ Hannes Stiefel / Raumlabor Berlin

Nächster Termin

Eröffnung Wandzeitung #64 Dienstag, 14. Juli 2026 / 18:00

Vermittlung - Veranstaltungen

Links

"Wandzeitung" - Projekt-Webseite