Angst und Angstmacherein
Für eine Wirtschaftspolitik, die Hoffnung macht
Auszüge aus dem Buch von Markus Marterbauer und Martin Schürz mit einer künstlerischen Intervention von Michael Heindl
Neoliberale Wirtschaftspolitik betrachtet Angst als mobilisierenden Faktor. Sie schürt Angst vor Altersarmut, sozialem Abstieg und dem bevormundenden Staat. Doch ist es das, was wir angesichts der vergangenen Pandemie, den derzeitigen Kriegen und dem drohenden Klimakollaps brauchen? Markus Marterbauer und Martin Schürz skizzieren eine Wirtschaftspolitik, die begründeten Ängsten gezielt entgegenwirkt, die Verängstigte stärkt, Hoffnung weckt und Freiheit schafft. In einer Gesellschaft, in der wenige Milliarden besitzen, darf es keine Armut geben, und es darf nicht mit Angstmacherei Politik betrieben werden. Ihr 2022 erschienenes Buch Angst und Angstmacherei (Zsolnay) ist ein faktenbasiertes Plädoyer für hohe Mindeststandards in einem besseren Sozialstaat, Löhne, von denen man gut leben kann und eine Begrenzung des Reichtums.
In vielen Städten der USA gehören bettelnde Menschen zum alltäglichen Straßenbild. Die neoliberale Erzählung dazu lautet: Wer arm ist, ist selber daran schuld. In seiner Werkreihe God Helps Winners Only präsentiert Michael Heindl von Bettler:innen zurückgelassene Pappschilder, die er selbst in Chicago und New York gefunden hat. Die beschrifteten Kartons waren die Grundlage für Anagramme, ihre Buchstaben kombinierte der Künstler neu. Als Vorlage für die so generierten Botschaften dienten Wahlsprüche, wie sie von Vertreter:innen kapitalistischer und neoliberaler Wirtschaftslogiken bekannt sind. Sie werden gemeinsam mit den Fotografien der Originale gezeigt und erzeugen so ein Abbild zweier extremer Realitäten, die sich gegenseitig bedingen und daher auch nur gemeinsam begreifbar sind.
Der studierte Volkswirt und langjährige Universitätslektor Markus Marterbauer war von 2011 bis 2025 Chefökonom der Arbeiterkammer Wien und von 2006 bis 2025 Vizepräsident des Fiskalrats. Seit 3. März 2025 österreichischer Finanzminister (SPÖ).
Martin Schürz ist Psychotherapeut und Lektor an der WU Wien. Er forscht seit mehr als zwei Jahrzehnten zur Vermögensverteilung in Europa. 2015 erhielt er den Progressive Economy Award des Europäischen Parlaments.
Michael Heindl ist bildender Künstler und Filmemacher. In seinen Arbeiten setzt er sich mit den Widersprüchen und Paradoxien menschlichen Handelns angesichts einer als krisenreich erlebten Gegenwart auseinander.
Zur Eröffnung am 16. September 2025 (18 Uhr) fand ein Gespräch von Politikwissenschafter Christian Reder mit Markus Marterbauer statt. (Pressetext)
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Weiterführende Info
https://www.michaelheindl.net




