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VektorgotikLuisa Kasalicky

Vektorgotik

Der aufmerksame Blick auf Architektur, ihren Charakter, ihre Formen und Details – ob auf ganze Häuserfassaden oder auf Lüftungsgitter und Kanaldeckel – zeichnet Luisa Kasalicky aus. Urbane Streifzüge und die Erfahrung des städtischen Alltags sind der Künstlerin für ihre Arbeit wichtig. In den Strukturen und Ornamenten der Stadt, ihrer Materialität, Textur und Farbigkeit findet Kasalicky für ihre Malerei sowohl Inspiration als auch Referenzpunkte.

Mit der Wandarbeit „Vektorgotik“ reagiert Luisa Kasalicky auf die Architektur eines in den 1990er-Jahren vom ÖSW (Österreichisches Siedlungswerk) errichteten Wohnbaus (Margarethe Cufer/Oswald Oberhuber). Das Wandbild ist das zweite Projekt in einer vom ÖSW Konzern initiierten Reihe, die im Winter 2024 mit Anna Meyer in Meidling begann.

In der Zeit der Postmoderne errichtet, zitiert das Gebäude mit den vielgestaltigen Fensterelementen, mit markantem Dachgesims und Eckrundung, die Formen verschiedener Architekturepochen. Dem Prinzip der Postmoderne entsprechend, fügt auch Luisa Kasalicky der Fassade architektonische Zitate aus verschiedenen Zeiten hinzu: Die strengen, symmetrischen Formen ihrer Ornamente antworten nicht nur auf die lose Ordnung der Fensterlandschaft, sie beruhen auch auf den Strukturen eines Kreuzrippengewölbes der Neogotik. Gleichzeitig spielt die Künstlerin mit Gestaltungsprinzipien des Jugendstils: Das berühmte, nur gut 500 Meter entfernte „Majolika-Haus“ von Otto Wagner auf der Linken Wienzeile ist großflächig mit floralen Formen überzogen; die Fassade des Rüdigerhofs auf der anderen Seite des Wienflusses wird von einem Ornamentband gefasst.

Ihre farbigen Ornamente setzt Luisa Kasalicky wie Kaleidoskope auf die Wandflächen. So wie in diesem optischen Spielzeug mit jeder Drehung kristalline Ornamente zerfallen und in neuen Strukturen und Farbkompositionen zusammenfinden, zerlegen sich die Formen auf der Fassade des Wohnhauses auch in ihre einzelnen Elemente.

Auch die Technik, die Kasalicky angewendet hat, verdient Erwähnung. Denn ihre Wandmalerei hat die Künstlerin in Seccotechnik ausgeführt. Die speziellen, mineralischen Farben, die die Künstlerin vor Ort angemischt hat, dringen in die Struktur des Putzes ein, die Reaktion mit Sauerstoff erhöht ihre Haltbarkeit und ihre antistatischen Qualitäten wirken Verschmutzungen entgegen. (Anne Katrin Feßler)

Ort

Ecke Wienzeile/ Esterházygasse

Weiterführende Info

Luisa Kasalicky, geboren 1974 in Prag (CZ), lebt und arbeitet in Wien.

Kasalicky studierte an der Glasfachschule in Kramsach, Tirol, und Malerei an der Akademie der bildenden Künste. In ihrer künstlerischen Arbeit befragt sie das Medium der Malerei, dessen Rahmenbedingungen, Mittel und Möglichkeiten. Zuletzt waren Arbeiten von ihr in Ausstellungen des Neuen Kunstvereins Wien und des Leopold Museums zu sehen. Luisa Kasalicky erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter 2013 den Otto-Mauer-Preis und 2018 die Residency des International Studio & Curatorial Program, ISCP, New York.

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VektorgotikLuisa Kasalicky

Zeitraum

seit Winter 2025

U4 Pilgramgasse

Die Wandmalerei von Luisa Kasalicky ist Teil einer vom ÖSW Konzern initiierten Projektreihe in Kooperation mit KÖR Wien. Der Umsetzungsprozess wurde kuratorisch von KÖR Wien betreut und erfolgte produktionstechnisch in Abstimmung und mit Unterstützung des ÖSW.

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