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Temporär

TransferChristian Odzuck

Transfer

Seit 2009 wird der neue Wiener Stadtteil aspern Seestadt gebaut. Mit mehr als 11.500 Wohnungen und Raum für tausende Arbeitsplätze zählt das Projekt zu den größten Stadterweiterungsprojekten Europas. In verschiedenen Bauabschnitten wird das Vorhaben bis über 2030 hinaus realisiert. Jedes Jahr kommen neue Gebäude und Infrastrukturen dazu.

Christian Odzuck interessiert genau dieser Zwischenzustand und die ständige Transformation. Im Kontrast zu ökonomischen und rationalen Überlegungen setzt Odzuck mit Transfer (2021) einen rätselhaften Ort. Die temporäre Installation erscheint wie eine Baustelle in der Baustelle auf dem sich täglich verändernden Areal. Das Werk ist als Raumskizze, Mock-up beziehungsweise Kulisse gedacht, die mit den bereits fertig erbauten Teilen der Stadt in Dialog tritt und den Prozess des Bauens selbst thematisiert. Einerseits knüpft „Transfer“ an die Ästhetik und Ideen der Seestadt an, andererseits steht sie ihr entgegen und fordert sie heraus – die ortspezifische Arbeit entwickelt auf diese Weise eine geradezu subversive Kraft. Ihre auf der obersten Terrasse stehenden künstlichen Palmen sind über viele Kilometer hinweg sichtbar – aus manchen Perspektiven erscheinen sie wie eine Fata Morgana, die auftaucht und doch ungreifbar und unwirklich bleibt.

Mit der architektonischen Skulptur Transfer rekurriert Odzuck unter anderem auf den Mythos der Hängenden Gärten der Semiramis und die Idee schwebender Bauten. Eine tief in unserer Kultur verwurzelte Idee, die von der Beherrschung der Natur durch den Menschen und die Darstellung von Macht in der gebauten Umwelt zeugt. Aus architektonischen Fragmenten und künstlichem Bewuchs entsteht eine scheinbar in sich geschlossene Narration. Hierbei drängt sich der Aspekt der skulpturalen Erscheinung zunächst in den Vordergrund. Bei genauer Betrachtung und Auseinandersetzung wird aus der Skulptur eine Projektionsfläche und ein Möglichkeitsraum zur Reflexion urbaner Strukturentwicklung.

Gerade der Austausch mit der Umgebung und das Eingebunden sein in die städtebauliche Struktur ist für das Werk essenziell. Eng verbunden ist Transfer mit drängenden Fragen unserer Zeit: Wie wollen wir leben? Wie sieht die Stadt der Zukunft aus? Welche gesellschaftlichen Prozesse führen zur Ausformung unserer heutigen städtischen Agglomerationen?

Odzuck steht für eine radikale Erweiterung des Skulpturbegriffs in Richtung architektonischer und städtebaulicher Dimensionen. In diesem Kontext lässt sich Transfer als ein komprimiertes Bild des Städtebaus verstehen, welches diesen als einen lebendigen und permanenten Veränderungen unterworfenen Prozess reflektiert.

Performance: The Cloud – Transfer international
Welche Möglichkeiten könnten sich aus der neuen Stadtplanung für die aspern Seestadt entwickeln? In wieweit werden gesellschaftliche und soziale Prozesse damit forciert? Welche Rolle spielt die Liebe?
Die Präsentation eines international tätigen Immobilienentwicklers stellt diese Potentiale anhand des utopischen Entwurfs The Cloud für die Seestadt vor. Am Ort des Geschehens lässt sich die Vision konkret erfahren und das Publikum ist zur Diskussion eingeladen.

Der renommierte Künstler Christian Odzuck reflektiert mit seiner neuen Arbeit „Transfer“ die städtebaulichen Prämissen der Gegenwart. Sein zwischen Rohbau und Ruine changierendes Werk realisiert er inmitten einer Bauerwartungsfläche in aspern Seestadt – Wiens größtem Stadtentwicklungsprojekt im Osten der Stadt. Die architektonische Skulptur ist auf Einladung von KÖR – Kunst im öffentlichen Raum Wien entstanden.

Ort

Südlich des Nelson-Mandela-Platzes, nahe der Sonnenallee, 1220 Wien

Weiterführende Info

Christian Odzuck * 1978 Halle/Saale (DE), lebt und arbeitet in Essen (DE).

Performance: The Cloud - Transfer international:
Angie Quick * 1989 Calgary (CA), lebt und arbeitet in London (Ontario, CA)
Volker Troche *1968 Osnabrück (DE), lebt und arbeitet in Essen (DE)

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Temporär

TransferChristian Odzuck

Zeitraum

24. März bis Dezember 2021

U2-Station Aspern Nord

Termine

Presse

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Kooperationspartner