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PiKen Lum

Pi

Der als Sohn chinesischer Einwanderer in Vancouver (Kanada) geborene Ken Lum, arbeitet seit den 1980er Jahren vorwiegend mit Photographie und Schrift. Die Verwendung von Spiegel in Kombination mit Schrift in der Westpassage Karlsplatz in Wien stellt eine weitere Entwicklung der Arbeiten von Lum dar, die von Beginn an um Identität, Sprache und Kultur kreisen. Hier beschäftigt sich Ken Lum in seiner Medieninstallation „Pi“ mit dem Thema der Statistik, wobei er sich mit numerischen Angaben auf die Welt bezieht. An den Seitenwänden der Passage sind 14 verspiegelte Paneele angebracht, die mit geätzten Inschriften versehen sind. Unterhalb dieser Überschriften ist jeweils eine LED-Anzeige angebracht. Die dort visualisierten Zahlen verändern sich auf der Grundlage von vorher sozialwissenschaftlich erhobenen statistischen Daten und den darauf basierenden mathematischen Prognosemodellen und den damit verknüpften Algorithmen. Ken Lum verweist auf ein Beispiel, auf dem seine Idee basiert:„In New York befindet sich eine große Countup-Uhr, die die öffentliche Staatsverschuldung der USA darstellt; die Zahlen springen jede einzelne Sekunde hinauf.“

Im unterirdischen Fußgängerdurchgang unter dem Karlsplatz in Wien spiegeln sich die PassantInnen in den einzelnen Paneelen. Während sie die jeweils aktuelle Zahlenwerte auf dem digitalen Zählwerk lesen, werden sie als Lesende mit der Zahl performativ verschränkt. In seinem Werk „Pi“ für die Westpassage Karlsplatz bezeichnet Ken Lum seine Kombination von Text mit statistischem Zahlenmaterial als „Factoid“. Factoids können sowohl zählbare Tatsachen als auch trivialisierte Informationen sein, die in Zahlen übersetzt werden.Dabei handelt es sich meist um präzise erhobene und komplexe Datensätze, wobei die Differenz von lokalen und globalen Bezügen ins Spiel gebracht wird.

Räumlich im mittleren Bereich des Fußgängerdurchgangs positioniert und als Symbol für Welt steht die Darstellung der Zahl Pi. Die unendliche Dezimalzahl ist mit 478 Kommastellen ins Breitwandformat übersetzt, wobei die letzten aktuell errechneten Kommastellen per Computerprogramm auf eine LED-Anzeige eingespielt werden. Weiters wurde in einer frei stehenden und einsehbaren Vitrine an der Abzweigung der Passage Richtung Secession eine Ausstellungssituation mit lexikalischen und statistischen Handbüchern zu Themen wie Bevölkerungsentwicklung oder Migration geschaffen. Hier wird ähnlich wie auf den so genannten „Factoids“ das mathematische Problem der Zurechnung angesprochen, das in seiner politischen Dimension bei Ken Lum dem globalen Phänomen der Migration als Anwesenheit, Zugehörigkeit und Ausschluss entspricht.

Textauszug: Karl Bruckschwaiger

Ort

Westpassage Karlsplatz/Friedrichstraße, 1010 Wien

Weiterführende Info

Künstler
Ken Lum
*1956 in Vancouver (CA), lebt und arbeitet in Vancouver (CA)

Dieses Projekt wurde im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs als Siegerprojekt gekürt. Für mehr Informationen folgen Sie diesem Link:

ZUM WETTBEWERB

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PiKen Lum

Zeitraum

Seit 1. Dezember 2006

U1, U2, U4 Karlsplatz

7 Halbspiegelelemente: 1,5 x 2,5-2,8 m
7 Halbspiegelelemente: 1,5 x 2-2,4 m
16 LED-Paneele mit roter Anzeige
Geätzte Texte und Ziffern
1 verglaste Raumvitrine 3,2 x 1,3 m

Termine

Vermittlung

Gedrucktes

Kooperationspartner