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VOR ORTHannes Zebedin

VOR ORT

Inmitten von glamourösem Shoppingvergnügen und Touristenströmen lässt Hannes Zebedin zwei soziale Parallelwelten aufeinandertreffen. Oberflächlich gesehen berühren sich diese selten, doch in der Logik von Ursache und Wirkung sind beide auf unterschiedliche Weise mit der luxuriösen Einkaufs- und Flaniermeile am Wiener Graben verbunden. Das eine ist die augenfällige Realität, die sich uns vor Ort darbietet. Die andere, die wir nicht sehen, transportiert der Künstler als Unort vor Ort, indem er mittels zweier Kulissen einen Perspektivenwechsel herbeiführt und den Blick auf den Symbolwert von Kleidung lenkt. Er bezieht sich dabei auf Bertolt Brechts Gedicht Alfabet von 1934, in dem Arm und Reich sich gegenüberstehen und feststellen, dass der Reichtum des einen seine Ursache in der Armut des anderen hat.

Während die in einer Mauer eingelassenen, hochpreisigen Designerkleider wie ikonische Ausstellungsstücke das Prestige und Begehren der Menschen vor Ort repräsentieren, erzählt die auf einer abstrakten Landschaft liegende Kleidung die Geschichte der Sehnsucht jener Menschen, die sich zwischen den Orten, also an Unorten, befinden, die überwunden werden müssen, um an einem Ort der Sicherheit anzukommen. „Alles im Moment nicht Notwendige, für das Fortkommen Hinderliche wird auf den Routen der Flüchtenden zurückgelassen. Im Zentrum Wiens gibt es auch Kleidung, die (noch) nicht benötigt ist. Jedoch gibt es ein Verlangen, Körper in den ausgestellten Kleidern zu sehen. Die Menschen, die es verspüren, haben neben den notwendigen finanziellen Ressourcen vor allem eines: den richtigen Reisepass“, so der Künstler, der in seinen Arbeiten die Auswirkungen geopolitischer Strukturen auf die Landschaft analysiert und in skulpturale Assemblagen übersetzt.

Ort

Kunstplatz Graben, Höhe Graben 21, 1010 Wien

Weiterführende Info

Hannes Zebedin * 1976 in Lienz, lebt in Sela na Krasu (SLO) und Wien

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Zeitraum

7. Juli – 8. November 2022

U1 & U3 Stephansplatz; U3 Herrengasse

Termine

Presse

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