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UNDERGROUND SYSTEMS WILL NEVER DIEL'Atlas

UNDERGROUND SYSTEMS WILL NEVER DIE

Der Künstler L’Atlas wurde 2017 zur Erstellung zweier Entwürfe zur Gestaltung einer 170 x 7 Meter großen Stützmauer der Wiener Linien eingeladen. Der von der KÖR-Jury ausgewählte Siegerentwurf kam im August 2020 zur Umsetzung: Der Künstler bemalte mit seinem sechsköpfigen Assistent*innenteam über zwei Wochen jene geneigte Fläche an der stark befahrenen Ausfahrtsstraße der Stadt. L’Atlas schrieb den Satz „Underground systems will never die!“ (Unterirdische Systeme werden nie sterben!) an die Wand und zeichnete ihn auf beiden Seiten mit seiner stilisierten Signatur. Mit dem Wortspiel durch die Verwendung des Begriffs „underground“ feiert er nicht nur die Wiener U-Bahn, sondern auch jene Kunstbewegungen im Untergrund, die es abseits des Mainstreams immer geben wird.

Im Gegensatz zu den chaotischen Farben der Straßen der Stadt sind die, auf vertikalen und horizontalen Linien basierenden, Buchstaben von L’Atlas Schwarz-Weiß gehalten, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Diese Lösung zielt darauf ab, auf unorthodoxe und optische Weise Sichtbarkeit im öffentlichen Raum zu erreichen, damit sich die Menschen auch die Zeit nehmen, die Aufschrift zu lesen und über sie nachzudenken. In der Überzeugung, dass Farbe anekdotisch und narrativ ist, während radikales Schwarz-Weiß von Reinheit erzählt, dem Wesen der Idee verpflichtet ist und die Vorstellung der Reflexion verkörpert, hofft L’Atlas, die Passant*innen zum Verweilen und Meditieren über seine Botschaft und die Welt um sie herum zu ermutigen, bevor sie wieder in den Straßen verschwinden.

„Was mir an öffentlichen Aufträgen im Freien gefällt, ist die Idee, Ewigkeit zu erlangen und Teil der Geschichte der Stadt zu werden“, so L’Atlas resümierend. „Es ist gut, Arbeiten zu verkaufen, die in Sammlungen aufgenommen werden, aber auf der Straße ist etwas Stärkeres im Spiel, weil man nicht bezahlen muss, um eine Arbeit zu sehen ‒ der Eintritt ist frei. Da geht es um ganz unterschiedliche Energien. Die Arbeit im Atelier ist eher meditativ. Auf der Straße zu arbeiten hat etwas von einem Extremsport wie Klettern oder einer Operation in einem Kriegsgebiet: Viele Menschen sprechen mit einem, es gibt Verkehr, und der vertikale Plattformlift ist wirklich gefährlich. Man fragt sich, warum man so etwas tut, aber manchmal braucht man diese Energie, um ins Atelier zurückzukehren. Es ist eine Aufführung, etwas Außergewöhnliches, das dem Leben plötzlich einen Sinn gibt, etwas Heldenhaftes, weil man fast sein Leben riskiert. Diese Idee, sein Leben zu riskieren, um Ewigkeit zu erlangen, ist ein Mythos, der mir wirklich gefällt.“

Text: Y-Jean Mun-Delsalle, August 2020

Übersetzt: Wolfgang Astelbauer

Ein Projekt in Kooperation mit den WIENER LINIEN.

Ort

Stützmauer östlich der Hadikgasse 312 (U-Bahn Station)

Weiterführende Info

L’Atlas (Jules Dedet), *1978 in Toulouse (F), lebt und arbeitet in Paris.

Homepage: http://latlas-art.org/

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Zeitraum

Ab August 2020

U4, Hütteldorf

Termine

Presse

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Kooperationspartner