„Tiefes Kehlchen“ wurde in einem Bautunnel der U3-Station Neubaugasse gezeigt. In Anlehnung an den Pornoklassiker Deep Throat (USA 1972) entwarf Martin Kippenberger gemeinsam mit dem Architekturbüro Pauhof eine riesige, aus zahlreichen Einzel- werken bestehende Installation.
Kippenberger inszenierte eine von ihm so bezeichnete „Kunstgeisterbahn“ aus Karussellstühlen, einem Abfallcontainer mit weggeworfenen Ölbildern und Diaprojektionen mit Stills aus Deep Throat. Presse, Kulturinstitutionen und Öffentlichkeit reagierten zunächst mit Ablehnung, heute gilt Tiefes Kehlchen als zentrales Werk Kippenbergers.
Text: Thomas Edlinger, Anja Lungstraße, in: Wem gehört die Stadt? Wien - Kunst im öffentlichen Raum seit 1968.
Ort
U3-Bautunnel, Ecke Mariahilfer Straße / Schadekgasse, 1060 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Künstler
Martin Kippenberger
*1953 in Dortmund (DE), † 1997 in Wien
Über das Projekt
Tiefes Kehlchen" war Teil der Projektreihe „Topographie. Sachdienliche Hinweise" der Wiener Festwochen, welche ursprünglich auf fünf Jahre angelegt war. Realisiert wurden zwei Etappen:
Topographie I/Festraum: Tiefes Kehlchen, Martin Kippenberger
Topographie I/Festraum: Zerschmettert in Stücke (im Frieden der Nacht)/Smashed to pieces (in the still of the night), Lawrence Weiner
Parallel zu den beiden Projekten von Topographie I realisierte Gerwald Rockenschaub mediale Räume im Fernsehen, im Kino und für diverse Werbeflächen.
Topographie II/Untergrund: Videoinstallationen in der U-Bahn von Gudrun Bielz, Peter Fend, Dominique Gonzales-Foerster, Gary Hill, Bernard Joisten, Pierre Joseph, Tins Keane, Philippe Parreno, Julia Scher, Ruth Schnell

