Mit seiner interaktiven Videoinstallation Slot Machine stellte sich der Künstler der klassischen Porträttradition: Die Auswahlkriterien der Subjekte und deren Darstellung überdenkend, ließ Giannotti auf sein Werk verschiedene externe Inputs einwirken. Unterschiedliche Künstler wie u. a. Tobias Urban (gelitin), Chris Haring, Wendelin Pressl, Markus Hofer oder Edith Payer sowie Giannotti selbst inszenierten zu Beginn des Prozesses visionäre Selbstporträts. Gefundene Gegenstände, eigene Kleidung und speziell für diesen Anlass geschaffene Accessoires wurden zu kindlichen Rüstungen für die porträtierten Archetypen, die in ihrer endgültigen Darstellung ein skulpturales und performatives Erscheinungsbild beibehielten. Auf diesem Wege begann Giannotti eine eigene Fantasy-Superhelden- Sammlung anzulegen – einen Bestand von Bildern, die im letzten Stadium des Prozesses in einem vom Künstler gesteuerten mehrschichtigen Verfahren weiterbearbeitet werden.
Mit diesem zeitgenössischen ikonografischen Zugang wurde der Begriff von Darstellung sowie die Beziehung zwischen Urheber und Subjekt hinterfragt: Identitäten vermischend und vermehrend bringt der Künstler einen endlosen Zirkus von unheimlichen Monstern und antivitruvianischen Menschen zur Welt.
Slot Machine lud Passantinnen und Passanten ein, selbst Autoren eines Kunstwerks zu werden und durch ihr Eingreifen spielerisch neue Kompositionen und Kombinationen zu schaffen. Der öffentliche Raum wurde zu einer Spielhölle ohne Verlierer – zum Kasino, in dem jeder Spieler ein Gewinner war: per Knopfdruck gab es für jeden bei jeder Partie ein neues Kunstwerk.
Ort
Schottentor-Passage, 1010 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Künstler
Aldo Giannotti
*1977 in Genua (IT), lebt und arbeitet in Wien (AT).
aldogiannotti.com
Kamera und Postproduktion
Viktor Schaider
Programmierung
Merlin Wyschka
Projektkoordination
Suzanne Krizenecky
Teilnehmende KünstlerInnen
Patrick Baumüller, Martin Gabriel, Gianmaria Gava, Chris Haring, Markus Hofer, Jochen Höller, Klaus Ludwig Kerstinger, Anita Land, Gerhard Leixl, Otto, Edith Payer, Micha Payer, Simon Reistätter, Franz Riedl, Viktor Schaider, Klaus Taschler, Wendelin Pressl, Tobias Urban, Gerald Zahn











