Der Künstler Not Vital lässt die Grenzen zwischen Realem und Surrealem verschwinden. In seinen im Sinn von „minimal sculptures“ gestalteten Formen, die voller Faszination für Mythen, Legenden und Rituale verschiedener Kulturen sind, verwebt er Erzählungen und Sagen aus der Umgebung seines Geburtsortes Sent im Schweizer Engadin mit denen ferner Länder. Das Hauptthema von Vitals Arbeiten, seien es Plastiken, architektonische Konstruktionen, Zeichnungen, Fotografien oder Installationen, ist die Natur – der natürliche Kreislauf von Zeugung und Tod, von Werden und Vergehen.
Als eine temporäre Variante seiner architektonischen Konstruktionen entwarf Not Vital für Wien eine kegelförmige Konstruktion aus Stahldrahtgeflecht. Die 10 Meter hohe Skulptur Schlafendes Haus mit einem Durchmesser von 280 cm an der Basis stand – gleich einem Lebewesen – täglich morgens auf und begab sich abends zur Ruhe.
Sie stand auf einer beweglich gelagerten Stahlplatte, die es erlaubte, das Objekt mithilfe eines Schneckengetriebes aufzustellen und umzulegen. Das Schlafende Haus spielte mit Not Vitals Begeisterung für das Changieren zwischen Realität und Surrealität und konnte in den „Wachphasen“ tagsüber auch betreten werden.
„Die Konstruktion in Wien war das zweite kinetische Haus, das ich gebaut habe. Es ist an einem Ort mit sehr regem Verkehr – nicht nur oberflächlich, sondern auch unterirdisch – aufgestellt. Zwei Aspekte waren mir dafür sehr wichtig: einerseits eine transparente, filigrane Skulptur, andererseits ihre kinetische Form.“ (Not Vital in einem Interview mit Gerald Matt im November 2009)
Ort
KÖR am Kunsthalle Wien public space karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Künstler
Not Vital
*1948 in Sent/Kanton Graubünden (CH), lebt und arbeitet in Sent (CH), Agadez (Niger), New York (USA) und Beijing (Volksrepublik China).
notvital.ch
Zeitraum
1. November 2009 – 13. April 2010



