„Die Revue ist eine geistreiche Aneinanderreihung unzusammenhängender, Auge, Ohr und Vernunft befriedigender Szenen.“ (Fritz Grünbaum)
Wendelin Pressls begehbare Intervention REVUE regte zum Verweilen an und bot den Menschen Raum für Muße. Sie funktionierte auf unterschiedlichen Ebenen: Als architektonische Maßnahme und städtebauliche Ergänzung verdoppelte die Holzkonstruktion die gegenüberliegende Stiege. Die vorgenommene Spiegelung des umliegenden Raums schuf neue Blickwinkel und zog eine zusätzliche Achse in die vorhandenen Strukturen ein. Durch diese Erweiterung entstanden neue Nutzbarkeiten auf den bis dato als problematisch gesehenen Platz. Die Anlage verführt dazu, diesen zu benützen und sich dort aufzuhalten.
Als Tribüne ermöglichte Pressls REVUE Raum für Selbstinszenierung, inszenierte aber gleichzeitig die Umgebung, die Straße, den restlichen Platz und lud das Alltägliche mit Bedeutung auf. Der Benützer der Tribüne erlebte das Stadtgeschehen als Theater, gewöhnliche Tätigkeiten erschienen als Szenen.
Ein anderes Potenzial war das Experiment: Die zur Bühne uminterpretierte Tribüne stellte ein Angebot zur sozialen Interaktion dar und lud ein, selbst aktiv zu werden – egal ob in Form von Gaukelei, Straßenmusik oder anregenden Gesprächen.
Durch den Bezug auf den Namensgeber des Platzes, den österreichischen Kabarettisten, Schauspieler und Conférencier Fritz Grünbaum (*1880 in Brünn, Mähren; †14. Januar 1941 im KZ Dachau) präsentierte sich diese „Tri-Bühne“ auch als liebevolle Hommage. Das Gebilde stand für sein Schaffen als Kabarettist, die Spiegelung als Verweis auf die berühmte Doppelconference, die Fritz Grünbaum gemeinsam mit Karl Farkas entwickelte. Die Blickrichtung gegen den Flakturm hin gemahnt an das Ende des von den Nazis Ermordeten.
20. August 2010, BUS<>WINKEN ... Monday Morning Hardcore-Winken
Durch gemeinsames Winken wurde die Tribüne am 20. August ab 8.00 Uhr morgens bespielt. Aufgabe war es, einander in Freundesgruppen zu treffen und den passierenden Bussen 13A und 14A zuzuwinken.
Organisation: Dominik Nostitz
5. September 2010, Grüner Baum und grauer Lärm
Eine REVUE-Revue rund um Fritz Grünbaum und Hermann Leopoldi von und mit Alexander Kuchinka und Robert Kolar
15. Oktober 2010, Au revoir, REVUE!
Fritz Grünbaum-Platz, Wien-Mariahilf
Ab 18.00 Uhr sang „Der Dilettanten-Chor“.
Organisation: Dominik Nostitz
Ort
Fritz-Grünbaum-Platz, 1060 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Künstler
Wendelin Pressl
*1971 in Graz (AT), lebt und arbeitet in Wien.
wendelinpressl.com
Projektkoordination
Andrea Maria Krenn, masinka – Verein zur Förderung partizipativer Kunst- und Kulturarbeit
Dieses Projekt wurde im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs als Siegerprojekt gekürt. Für mehr Informationen folgen Sie diesem Link:
Zeitraum
15. April – 15. Oktober 2010
Vermittlung - Veranstaltungen
- Eröffnung Donnerstag, 15. April 2010





