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Per Albin #4: Ich mag /​ I LikeConstanze Schweiger mit Justine Kurland, Michael Part und Roland Rauschmeier

Per Albin #4: Ich mag /​ I Like

PER ALBIN #4, Ich mag/ I Like ist eine von der Wiener Künstlerin Constanze Schweiger konzipierte Ausstellung im öffentlichen Raum, die wie durch ein Fenster Einblick in die private Welt von Kunstschaffenden gibt. Zu ihren eigenen Arbeiten kombiniert sie Fotografien der New Yorker Künstlerin Justine Kurland und skulpturale Objekte von den in Wien lebenden Künstlern Michael Part und Roland Rauschmeier. Es werden ausschließlich Arbeiten gezeigt, die neben der eigentlichen künstlerischen Arbeit entstanden sind.

Zu diesem Zweck verwandelte Constanze Schweiger ihre Wohnung in eine Art Labor, um dort über die Sommermonate „Färbeproben“ mit Pflanzenteilen aus der näheren und weiteren Umgebung der Per-Albin-Hansson-Siedlung zu testen: darunter Brennnesselspitzen, Birkenblätter, Eichenrinde oder Holunderbeeren, die überraschende Farbtöne wie Beigegrün, Goldgrüngelb, Graubraun oder Rosagrau generieren. Aus den Färbungen entstanden monochrome Stoffbilder mit Farbunregelmäßigkeiten und Spuren von Pflanzenresten, die den manuellen Akt des Färbens nachzeichnen. Direkt wie Plakate in die Schaukästen montiert, entwickeln die Stoffe im Ausstellungszusammenhang einen vorübergehenden Kunstobjekt- oder Bildstatus, den sie nach der Ausstellung wieder verlieren werden, wenn die Künstlerin die Probestücke als Material weiterverwendet. Für die jeweiligen Rückseiten der Schaukästen hat Schweiger eine Reihe von Justine Kurlands Smartphone-Fotografien ausgewählt, die Kurland einem täglichen Ritual vergleichbar von ihrer Katze in ihrer Wohnung macht, um sie über soziale Medien auf Instagram zu teilen. Die Fotos zeigen die Katze in verschiedenen Posen (auf dem Bett, am Fenster, auf dem Schreibtisch) in einer Art intimen Landschaft, die von Bild zu Bild den privaten Wohnraum der Künstlerin in unterschiedlicher Farbtemperatur, Materialität, Form und Funktionszusammenhängen ausschnitthaft freigibt. Dabei interessiert Schweiger vor allem die Verschiebung, die Kurland vornimmt, wenn sie die im Vorübergehen entstandenen Katzenbilder wie visuelle Einträge eines Tagebuchs auf Instagram oder, im Fall der Ausstellung, in den Schaukästen der Per-Albin-Hansson-Siedlung öffentlich macht.

Für das Geschäftslokal im Ekazent entwirft Michael Part eine Möblierung, die in der Ausstellung die Funktion eines benutzbaren Tischs oder „Table of Contents“ übernimmt. Auf der Möblierung treffen Muster von Constanze Schweigers Färbeproben und Katzenfotos von Justine Kurland im Kontext ihres Instagram-Accounts auf eine von Michael Part und Roland Rauschmeier produzierte „Duftkerze“. Dabei handelt es sich um ein performativ verstandenes Objekt, das nach rauchig, speckigem Birkenteer riecht. Die Kerze enthält einen etwa 10 kg schweren Zinnguss, der seine Form während des Verbrennungsvorgangs sukzessive weiter verändern wird. Der hier anklingende zeitliche Aspekt der Skulptur verbindet sich mit ihrem Entstehungsprozess, der auf einer etwa 15 Jahre zurückliegenden, jetzt wieder aufgenommenen Kooperation zwischen Michael Part und Roland Rauschmeier basiert und zugleich den Silvesterbrauch des Bleigießens als zeitlich fixierte Handlung thematisiert.

Alle diese temporären Ausstellungsobjekte sind beiläufig zwischen regulärer Kunstproduktion und den Aktivitäten des täglichen Lebens entstanden. Sie durchkreuzen die Register von angewandter und bildender Kunst, von Nicht-Kunst und Kunst, von geteilter persönlicher Verstrickung und Teilnahme an Kunst über ästhetische Ausdruckweisen von „I like“.

Ort

Alma-Rosé-Gasse 2, 1100 Wien

Weiterführende Info

Constanze Schweiger (1970 in Salzburg) lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien und Van Eyck Academie (Maastricht). Stipendien u.a. PS 1 (New York) und MAK Schindler Stipendium (Los Angeles). Ausstellungen u.a. im MAK Center for Art and Architecture (Los Angeles), 21er Haus (Wien), KM– Künstlerhaus, (Graz), Galerie Meyer Kainer (Wien), Pro Choice (Wien), Art Concept (Paris), Foxy Production (New York), oder Kunstverein New Jörg in Wien.

Justine Kurland (1969 in Warsaw, New York), lebt und arbeitet in New York. Arbeiten von Kurland befinden sich in renommierten Sammlungen, u.a. im Whitney Museum of American Art, New York, Solomon R.Guggenheim Museum of Art, New York, National Gallery of Art, Washington, D.C; Ihre Arbeiten waren zuletzt in Girl Pictures, 1997-2002, Mitchell-Innes & Nash, New York (2018) und Airless Spaces, Higher Pictures, New York (2018) zu sehen.

Michael Part (1979 in Wien) lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien und Städelschule in Frankfurt/Main. Ausstellungen u.a. bei Galerie Andreas Huber (Wien), Trottoir (London), Westfälischer Kunstverein (Münster), MUMOK Kino (Wien), Kunsthaus Bregenz (Bregenz), Pro Choice (Wien) und Sotoso (Brüssel).

Roland Rauschmeier (1974 in Augsburg) lebt und arbeitet in Wien. Studium an der Freien Universität in Berlin und der Akademie der bildenden Künste in Wien. Mit der französischen Tänzerin und Choreografin Anne Juren gründete er die „Wiener Tanz- und Kunstbewegung“. Er kooperiert mit dem deutschen Film- und Videokünstler Ulu Braun unter dem Pseudonym „BitteBitteJaJa“ und arbeitet an einem genreübergreifenden Oeuvre. Präsentationen u.a. Internationales Filmfestival Rotterdam, Impulse Theater Festival (Mühlheim an der Ruhr), Nagoya Triennale, ImPulsTanz Festival (Wien), Centre Nationale de la Danse (Paris), Kunsthalle (Wien).

Zum Hauptprojekt
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Per Albin #4: Ich mag /​ I LikeConstanze Schweiger mit Justine Kurland, Michael Part und Roland Rauschmeier

Zeitraum

21. September bis 8. November 2019

U1 Neulaa, Bus 19A bis Wendstattgasse

Termine

Presse

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