Ein alter, aus der Zeit um 1890 stammender Zirkuskäfig steht mitten in der Stadt im regen Verkehr des Wiener Karlsplatzes. Im Käfig präsentiert sich ein trauriges Szenario: Zwei Astronauten liegen da, umgeben von banalen ausrangierten Alltagsobjekten wie einer kaputten Waschmaschine, einem Zelt, ein paar verkümmerten Pflanzen, Wasser und etwas Essen. Ein ausgestopfter Vogel sitzt daneben, der nicht mehr singen kann, eine Leiter lehnt da, die den aussichtslos gewordenen Weg zu den Sternen weist. Die Installation trägt den Titel One Day We Will Shine Like the Stars; Ironie, Anarchie, Demut – die Arbeit des ägyptischen Künstlers Basim Magdy ist vieldeutig. One Day We Will Shine Like the Stars klingt nach Hoffnung, nach dem Versprechen von einer anderen, besseren, einer größeren Welt, und lässt die schöne Illusion anklingen, die all die menschlichen Entdeckungs- und Erforschungsversuche des Weltalls begleiten. Doch man begegnet hier einem alten ausrangierten Zirkuskäfig, hinter dessen Gittern müde gewordene Astronauten ihr kümmerliches Dasein als Jahrmarktattraktionen fristen.
Die kollektive Idee vom Weltall als Ort der Sehnsucht, Hoffnung und Erlösung, aber auch der bedrohenden Angst wurde von Basim Magdy zur ausgemusterten Zirkusnummer zurechtgestutzt. Doch auch wenn hier keine herkömmlichen strahlenden Helden vorgeführt wurden, ließen die abgekämpften Gestalten in ihrer schäbigen Umgebung dennoch etwas vom Heroismus des Scheiterns verspüren. Magdys Installation präsentierte sich als demütige Auseinandersetzung mit dem Ende des großen Menschheitstraumes, Herr nicht nur über die Erde, sondern auch über die Sterne zu sein. Der Traum von einer Eroberung und Kolonisierung des Mondes blieben jedoch Illusion. Er erwies sich als Himmelskörper aus Staub und Gestein, ohne Wasser und ohne Vegetation, für den Menschen nutzlos und nicht lebenswert. 1973 wurden die bemannten Flüge auf den Mond eingestellt.
Text: Katarzyna Uszynska
Ort
KÖR am Kunsthalle Wien public space karlsplatz, Treitlstraße 2, 1040 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Künstler
Basim Magdy
*1977 in Assiut (EG), lebt und arbeitet in Basel (CH) und Kairo (EG).
basimmagdy.com
Kuratorin
Katarzyna Uszynska
Zeitraum
28. Oktober 2010 – 17. April 2011







