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Temporär

Notgalerie 2020Reinhold Zisser

Notgalerie 2020

Durch eine Reihe von Aktionen und Handlungen konnte sich die Notgalerie über die letzten Jahre, seit ihrer Gründung 2015, als alternative Strategie zur institutionalisierten Kunstpraxis positionieren. In der Erfüllung dieser Aufgabe wird sie im Sommer 2020 als selbstständige, Raum einnehmende Institution auftreten. Um diese Aufgabe zu erfüllen, begibt sie sich in den Prozess der Auflösung der materiellen Institution und ihrer pauvren Materialien.

Im Zuge der Zerlegung werden in einem gemeinschaftlichen Akt ihre Einzelteile in alle Himmelsrichtungen zerstreut. Alle Bauelemente der Notgalerie werden beim Zerlegen nummeriert, katalogisiert und im Verlauf des Sommers Menschen anvertraut, die sich bereit erklären, für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren die Lagerung zu übernehmen – und gegebenenfalls an den Ort zu bringen, an dem sich die Notgalerie erneut manifestieren wird. Einzelne Teile können ohne Vorankündigung übernommen werden. Für größere Teile und Konvolute wird gebeten, vorzeitig unter notgalerie@gmx.at bzw. unter 0650/6554505 Kontakt aufzunehmen.

Nicht die Künstler*innen und alle weiteren Akteure sollen der Institution zugewandt sein und die Erfüllung ihrer Arbeit im Erreichen der Institution sehen. Die Akteure selbst sind die Institution und Heimat. Frei nach Immendorf – „Ich werde nicht dulden dass ihr mich alleine lasst“ – wird die Notgalerie ein letztes Mal zerlegt und ihre Teile den Künstler*innen, Akteur*innen und Orten anvertraut. So wird ein neuer Institutionskörper errichtet, der einer gänzlich anderen Flussrichtung folgt.

Das vorgestellte Konzept wird über den Zeitraum Juli bis September aufgeführt. Die Umsetzung ist gleichzeitig Möglichkeitsraum für ihre inhaltliche Weiterentwicklung als Plattform für Kunst und Kulturschaffende. Über die ständige Präsenz, die der Abbau erfordert, werden tägliche Öffnungszeiten und damit die Basis für ein sich stetig weiterentwickelndes agieren in Kooperation mit anderen Künstler*innen ermöglicht.

Open Call: Im Zuge des Abbaus der Notgalerie werden Künstler*innen eingeladen, Vorschläge für Interventionen einzubringen, die mit dem Abbauprozess interagieren. Nähere Informationen dazu finden Sie unter www.notgalerie.at.

Ort

Urbanes Feld/Seestadt Aspern

Weiterführende Info