Zurück
Temporär

maskelknie hoffensdickSilke Brösskamp

maskelknie hoffensdick

maskelknie hoffensdick ist ein Einbruch in den Alltag des 8. Wiener Bezirks. Es ist die Forderung, Gleichheit auszuhalten und die Fragmentierung sowie Diskrepanzen der menschlichen Diasporen in der Stadt anzuerkennen. Und ebenso Maßnahme, aktionistische Verhandlungen über die Stadt durch klares Handeln zu ersetzen. Von der Dysfunktion zur Lebbarkeit.

maskelknie hoffensdick ist ein plastisches Projekt. Es gilt die Stadt zur bildhauerischen Aufgabe zu machen und als Lebensraum der Gesellschaften zurückzugewinnen, dabei eine chauvinistische wie auch virile Verdrängungskultur in der Stadtentwicklung/-gestaltung/-nutzung zu überwinden. Silke Brösskamp liefert den Vorschlag eines plastischen Bewusstseins als Baubewusstsein – eine Empfehlung von Bausprache und Sensibilität für die Materialität der Stadt. Darin liegt eine der wesentlichen Kräfte der Bildhauerei: Impulse für das Begreifen und Funktionieren von Urbanität über das Verständnis von sozialer Körperlichkeit hervorzubringen.

Die Konsequenz ist, die abendländische Stadt entgegen ihrem Status als Heiligtum eines in ihrer Essenz patriarchalen Erbrechts von Gesellschaftsentwurf neu zu bauen. Das ist die einzige Möglichkeit, die Zukunft der Stadt und ihrer Biotope in Durchlässigkeit zueinander zu gestalten.

maskelknie hoffensdick erprobt darin das genuin Weibliche als Erscheinung des Eros im Sinne einer schaffenden Instanz der Gestaltwerdung und untersucht das Konzentrat des Patriarchats als nekrophilen Verdrängungswillen.

maskelknie hoffensdick ist auch eine kritische Lesart des Kubus, ohne ein Autodafé des Feminismus zu sein. In der Nutzung des Kubus EXPORT, eines physischen wie gesellschaftlichen Bildträgers, äußert sich das Projekt gegen die Bestätigungskultur des safe space und formuliert deshalb die Geste, die sich aussetzt. In der Distanzlosigkeit zum Publikum haust das Werk (der Einbruch) für zwei Wochen im/am Kubus, haust unter den Menschen im 8. Bezirk, in der Stadt. So als wäre es schon immer da gewesen. Es ist die Allegorie des unerschütterlichen Bauens pan-gesellschaftlicher Vision. Sie leitet über in Lebenswahrheiten und ist pragmatische Aufforderung zum urbanen, gesellschaftlichen Gestaltungswillen.

Es geht nicht zuletzt um die Entlarvung einer aus der Historie gewachsenen dysfunktionalen, beschädigten Gesellschaft. Silke Brösskamp bedient sich hierzu der Übergänge zwischen dem virtuellen und dem analogen Raum, zwischen Historie, Jetzt und Kontinuität, um daran sowohl Erkenntnis als auch Handlungsempfehlung zu generieren.

Die Stadt wird zu einem plastischen Impetus für aufrichtige Profile und Konturen des Handelns.

Text: Isabel Hufschmidt

Ort

Kubus EXPORT, Hernalser Gürtel, Josefstädter Straße/Uhlplatz, 1080 Wien

Weiterführende Info

Silke Brösskamp
silkebroesskamp.de

Kuratorin: Isabel Hufschmidt

Zurück
Temporär

maskelknie hoffensdickSilke Brösskamp

Zeitraum

28. März – 10. April 2022

U6, Josefstädter Straße

In Kooperation mit der MA 7 – Stadt Wien Kultur, dem 8. Bezirk Josefstadt und ifa - Institut für Auslandsbeziehungen.
Mit besonderem Dank an MA 57 – Frauenservice Wien.

Termine

Presse

Zu den Unterlagen

Kooperationspartner