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Wettbewerb

Künstlerische Kontextualisierung des Dr. Karl Lueger-Denkmals

Künstlerische Kontextualisierung des Dr. Karl Lueger-Denkmals

Die 1926 errichte Denkmalanlage zur Erinnerung an den von 1897 bis 1910 amtierenden Wiener Bürgermeister Karl Lueger (1844 – 1910) ist heute in der Öffentlichkeit heftig umstritten. Und das nicht ohne Grund: Karl Lueger verstand es schon zu Lebzeiten geschickt, einen beispiellosen Kult um seine Person aufzubauen und die Menschen als "Modernisierer“ und „Anwalt der kleinen Leute" in seinen Bann zu ziehen. Mit rassistischer Rhetorik und gnadenlosem Populismus machte er Antisemitismus zu (s)einem politischen Programm.

Die Stadt hat sich zu einer permanenten künstlerischen Kontextualisierung des Denkmals entschlossen. Die Ausschreibung für einen geladenen, einstufigen Realisierungswettbewerb wird von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien in Kooperation mit der MA 7 durchgeführt.

Künstlerische Kontextualisierungen von Denkmälern sind Interventionen in Bezug auf deren Narrative und die damit verbundenen Ideologien. Sie haben den Anspruch, mittels formaler Distanzierung, Widersprüche zu formulieren, objektive Wahrheiten zum Ausdruck zu bringen und damit zu gesellschaftlichen Lernorten zu werden. Mit der Kontextualisierung des Denkmals soll ein Raum für reflektierte Auseinandersetzung mit der Person Luegers und dessen geschichtlicher Bedeutung geschaffen werden. Es gilt heute, Luegers Antisemitismus klar zu benennen und ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus in der Gegenwart zu setzen

Die inhaltliche Grundlage für den Wettbewerb wurde von einer wissenschaftlichen Kommission unter dem Vorsitz von Heidemarie Uhl (Vorsitz), Historikerin am IKT Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften Wien, gemeinsam mit Oliver Rathkolb, Professor für Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte, Barbara Staudinger, seit Juli 2022 Leiterin des Jüdischen Museums Wien und Mechtild Widrich, Professorin am Department für Kunstgeschichte, -theorie und - kritik an der School of the Art Institute of Chicago aufbereitet. Die technischen und inhaltlichen Rahmenbedingungen wurden mit den zuständigen Magistratsabteilungen, dem Bezirk und dem Bundesdenkmalamt erarbeitet.

Mitte Oktober 2022 fand die konstituierende Jurysitzung und damit der Start für den Wettbewerb statt.

Fünfzehn nationale und internationale Künstler*innen wurden zum Wettbewerb eingeladen.

Die Wettbewerbs-Jury setzt sich aus Künstler*innen, Architekt*innen, Kurator*innen, Kultur- und Kunstwissenschaftler*innen, Historiker*innen sowie aus Vertreter*innen des Bezirks und der zuständigen Magistrate zusammen.

Die Jury wird im Mai 2023 das Siegerprojekt auswählen und zur Umsetzung empfehlen. Danach wird mit der Planung für die Umsetzung begonnen.

Weiterführende Info

Der Zeitplan im Überblick
Januar-September 2022: Erstellung der Wettbewerbsunterlagen
Mitte Oktober 2022: konstituierende Jurysitzung
Im Anschluss: Versand der Wettbewerbsunterlagen
Mai 2023: Entscheidung Wettbewerb
Im Anschluss: Beginn Detailplanung und Umsetzung

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Künstlerische Kontextualisierung des Dr. Karl Lueger-Denkmals

Zeitraum

Umsetzung ab 2023

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