Eine partizipative Performance zwischen Kunstgeschichte, Kulturpolitik und öffentlichem Raum im Rahmen von 70 Jahre IG Bildende Kunst.
Eine lebendige, sich durch die Stadt bewegende Bühne für die Errungenschaften der IG Bildende Kunst – das ist Die Alte rollt auf Zeit. Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens der Interessensgemeinschaft entwickelte man gemeinsam mit ZAK | Zentrum für antidisziplinäre Kunst eine ganztägige, partizipative Performance für den öffentlichen Raum: Die fünf Kilometer lange Route führt entlang ehemaliger Standorte der IG sowie kultureller Produktionsorte und inszeniert Ereignisse und Themen der österreichischen Kunst- und Kulturpolitik. Die titelgebende „Alte“ taucht in der Produktion in verschiedenen Gestalten als kämpferisches und konsequentes Alter Ego auf.
Zwischen Prozession, Theater und Kundgebung angelegt, schließt das Projekt in seiner Form an Traditionen des künstlerischen Aktionismus an, man denke etwa an das im Zuge der Vietnamkriegsproteste gegründete New Yorker Bread and Puppet Theater oder an die Prozessionen und Re-Enactments von Jeremy Deller. Der öffentliche Raum wird als ein in der Geschichte wesentlicher Ort politischer Ausverhandlung thematisiert: Die theatralen Choreografien von Die Alte rollt auf Zeit machen die Straße zum Schauplatz, verändern die Wahrnehmung und die alltägliche Nutzung, was neben neuen Erfahrungen auch die Möglichkeit birgt, Gegenöffentlichkeiten für ihre Botschaften zu erreichen. Vom Bilden von Netzwerken, Prägen von Diskursen oder auch vom Einfordern sozialer Rechte handeln die Szenen entlang der Route, die alle auf einem zugrundeliegenden Wert aufbauen: jenem der Solidarität.
Ort
Galerie
Weiterführende Info
IG Bildende Kunst
Die IG Bildende Kunst vertritt als Interessenvertretung der bildenden Künstler*innen in Österreich die kunstpolitischen, sozialen, wirtschaftlichen, rechtlichen und andere berufsspezifische Interessen von bildenden Künstler:innen. Die IG Bildende Kunst setzt sich dafür ein, politische Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen auf die Arbeitssituation von bildenden Künstler*innen haben, aktiv mitzugestalten und die strukturellen Rahmenbedingungen künstlerischer Arbeit zu verbessern.
ZAK | Zentrum für antidisziplinäre Kunst
Seit 2020 entwickeln Aurelia van Kempen, Jessica Comis und Eva Sommer das Projekt ZAK | Zentrum für antidisziplinäre Kunst, um Kollaborationen in verschiedenen Kontexten zu ermöglichen. 2021 gewinnen sie mit ihrer Produktion Ufo | Ultra Fett Original den Nachwuchswettbewerb der Theater Drachengasse. 2022–2025 eignen sie sich das ehemalige Nachtlokal Tête-à-Tête temporär als Begegnungsort, Research Facility, Produktions- und Ausstellungsfläche an. 2024 entwickeln sie dort das Piece of Love, eine Serie aus offenen Ateliers, Ausstellungsformaten, Festivitäten sowie filmischen und performativen Happenings. Aus dieser Serie entsteht das gleichnamige Theaterstück für die Bühne der Theater Drachengasse. 2025 entern sie den Roten Salon an der Volksbühne Berlin mit ihrer musikalischen Neuproduktion Die Alte. 2026 sind sie mit ihrem Artist Statement bei der Parallel Vienna eingeladen und feiern den Geburtstag der Alten in ihrem partizipativen Pop-up-Format Café Schlurf im Kulturzentrum Schlingerhof.
ZAK definiert sich als eine ganzheitliche Welt, in der zwischen Fiktion und Realität weder differenziert noch gewertet wird. ZAK ermöglicht Begegnung, Interaktion, Beziehungen und Wissenstransfer. ZAK ist so vielfältig wie seine Mitglieder selbst.
Zeitraum
11. September 2026
„Die Alte rollt auf Zeit“ wird ermöglicht von BMWKMS, KÖR Wien, Kulturland Niederösterreich und Otto Mauer Fonds.
Vermittlung - Veranstaltungen
- Tour: Treffpunkte und Uhrzeiten Freitag, 11. September 2026 / 10:00 - 22:00


