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Wettbewerb

Denkmal für Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurdenWettbewerbssieger: Marc Quinn

Denkmal für Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden

Im Februar 2020 lobten die Kunst im öffentlichen Raum GmbH (KÖR) und die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) einen einstufigen, geladenen künstlerischen Realisierungswettbewerb zur Erlangung eines Entwurfs für das "Denkmal für Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden" im Resselpark im 4. Bezirk aus, das von der Stadt Wien errichtet und erhalten wird. Das Wettbewerbsverfahren wurde für acht geladene TeilnehmerInnen ausgeschrieben und durchgeführt.

Das Beurteilungsgremium tagte am 29. Juni 2020 und kürte den Entwurf von Marc Quinn zum Siegerprojekt.

Laut der 2020 veröffentlichten Studie „A long way to go for LGBTI equality. Sex, sexual orientation and gender“ der Europäischen Grundrechteagentur FRA vermeiden 86 % der gleichgeschlechtlichen Paare in Europa aus Angst vor Beleidigung, Bedrohung und Gewalt, im öffentlichen Raum Hand in Hand zu gehen. In Österreich vermeiden dies 78 %. Marc Quinns Skulptur bildet den Moment einfachster und elementarster zwischenmenschlicher Berührungen ab. Sein Entwurf zeigt zwei Paare zärtlich aufeinander liegender Hände – einerseits von zwei Männern, andererseits von zwei Frauen. Diese Händepaare scheinen an den Handgelenken wie abgehackt und vermitteln dadurch größte Brutalität im Augenblick liebevoller Berührung. Der Entwurf reflektiert diese Ambivalenz in ästhetischer Klarheit und beeindruckt sowohl auf intellektueller wie auch auf emotionaler Ebene. Durch die verspiegelten Schnittflächen der Handgelenke und der Tischplatte wird der/die Betrachter/in Teil des Kunstwerks und kommt nicht umhin, sich mit den dargestellten Thematiken der gleichgeschlechtlichen Liebe und ihrer Verfolgung auseinander zu setzen. Diese klare Ikonographie überzeugte die Jury, Quinns Skulptur zum Siegerentwurf des Wettbewerbs Denkmal für die Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden zu wählen.

Ort

Resselpark, 1040 Wien

Weiterführende Info

Wettbewerb
einstufiger, geladener künstlerischer Wettbewerb für das „Denkmal für Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden“ im Resselpark, 1040 Wien

Ausloberinnen
Kunst im öffentlichen Raum GmbH und die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt)

Geladene Künstler*innen
Gelitin/Gelatin (AT), Matthias Herrmann (AT), Martin Pfeifle (DE), Jakob Lena Knebl (AT), Stephen Prina (US), Susanne Lorenz (DE), Every Ocean Hughes (SE) und Marc Quinn (UK)

Jury
Julian Göthe, Künstler
Doris Haidvogl, Landschaftsplanerin
Lea Halbwidl, Bezirksvorsteherin Wieden
Franz Kobermaier, Architektur und Stadtgestaltung - MA 19
Doris Krüger, Künstlerin und ehemalige KÖR-Juryvorsitzende
Hannah H. Lessing, Nationalfonds der Republik Österreich
Cordula Loidl-Reisch, Landschaftsarchitektin
Hannes Sulzenbacher, Zentrum QWIEN
Ursula Schwarz, Stadt Wien Kultur, Referat Kulturelles Erbe - MA 7
Corinna Tomberger, Kunst-und Sozialwissenschaftlerin

Technische Vorprüfung
Monika Trimmel, Werkraum Ingenieure ZT GmbH

Wettbewerbssiegerin
Marc Quinn

*1964 in London (UK), lebt und arbeitet in London.
http://marcquinn.com/

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Denkmal für Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurdenWettbewerbssieger: Marc Quinn

Zeitraum

Umsetzung noch offen

U1, U2 & U4, Karlsplatz

Presse

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