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Wettbewerb

Dauerhafte künstlerische Intervention an einer historisch belasteten Skulptur mit InschriftWettbewerbssiegerin: Maria Theresia Litschauer

Dauerhafte künstlerische Intervention an einer historisch belasteten Skulptur mit Inschrift

Wesentliches Motiv und Kriterium für die Ausrichtung und inhaltliche Auseinandersetzung dieses Wettbewerbes war die Notwendigkeit einer Aufarbeitung unserer nationalsozialistischen Vergangenheit und im Speziellen der Umgang mit Symbolen, künstlerischen Relikten (Wandbilder, Reliefs, Skulpturen,…) in der jüngeren Vergangenheit. Die in Österreich sehr oft zu beobachtende Geisteshaltung bei Vergangenheitsbewältigung und Entnazifizierung bei Kunstwerken – die Primärsymbole, wie Hakenkreuz, SS–Symbole, Namen von Repräsentanten des Regimes, wurden entfernt oder gelöscht, aber das Verbleibende mit seinen Botschaften ist immer noch präsent. Diese Geisteshaltung finden wir auch am Relief mit Inschrift am THURY–HOF. Die Textstelle der Inschrift ist eindeutig Adolf Hitler (Rede in Königsberg, 4.März 1933 ) zuzuordnen, und der Name Adolf Hitler war auch ursprünglich am Ende des Zitates angeordnet.

Durch die Entfernung des Namens wurde einer Entnazifizierung Rechnung getragen, aber Formensprache der Skulptur, Inhalte des Textes, Bildwirkung des Reliefs, blieben unangetastet. Durch den Missbrauch der Sprache für Propagandazwecke im Nationalsozialismus fand eine Verarmung der Sprache statt, welche in der Verdrängung und Diffamierung aller anderen Sprachen als der deutschen bestand. Aus zeit- und kulturhistorischer Sicht und um eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit der Vergangenheit führen zu können, wurde eine Zerstörung oder teilweise Veränderung des Reliefs als falsche Perspektive gesehen, und dezidiert ausgeschlossen. Vielmehr lag die Zielsetzung des Wettbewerbes in einer künstlerisch-kritischen Auseinandersetzung mit dem bestehenden Relief, den Botschaften und Positionen dieses Werkes und seiner Zeit.

Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Relief sollte auf Grund des geschichtlichen Hintergrundes in einer dezenten, aber klaren Weise erfolgen und es sollte auch kein negatives Image für die Wohnhausanlage durch die Intervention entstehen. Bei der Auseinandersetzung mit dem Bestand, war darauf zu achten, keinesfalls eine Aufwertung des historisch belasteten Reliefs oder seiner Inhalte durch den künstlerischen Prozess zu erzeugen.

Das Projekt [ transkription ] von Maria Theresia Litschauer ging als Siegerprojekt aus dem Wettbewerb hervor.

Ort

Weiterführende Info

Wettbewerb
Konzeption und Umsetzung einer dauerhaften künstlerischen Intervention an einer historisch belasteten Skulptur mit Inschrift

AusloberInnen
Kunst im öffentlichen Raum GmbH in Kooperation mit Wiener Wohnen

Geladene KünstlerInnen
Heinrich Dunst (AT), Maria Theresia Litschauer (AT), Oliver Ressler (AT), Jutta Strohmaier (AT), Jun Yang (CN)

Jury
Josef Cser, seit 2009 Leiter wohnpartner (2003– 2009 Büro der Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung)
Berthold Ecker, Leiter des Referats für bildende Kunst, MA 7 – Kultur und Wissenschaft; Mitglied der KÖR-Jury
Ulrike Lienbacher, Künstlerin
Wolfgang Maderthaner, seit 2012 Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs; seit 1983 Leiter des Vereins für Geschichte der Arbeiterbewegung
Thomas Mießgang, seit 2011 freischaffender Kurator (2000–2011 Kurator der Kunsthalle Wien)
Romana Palmberger, seit 2010 Leiterin der Regionalstelle für soziale Arbeit mit Familien 3. Bezirk; Vorsitzende der Kulturkommission, 9. Bezirk
Daniela Strassl, seit 2011 Bereichsleiterin für Immobilienstrategie (2004–2011 Direktorin Wiener Wohnen)

Sachbeirat
Franz Kobermaier, MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung
Stefan Novotny, MA 34 – Bau- und Gebäudemanagement

Technische Vorprüfung
Thomas Sandri, Technik für Kunstwerke
Stefan Novotny, MA 34 – Bau- und Gebäudemanagement

Wettbewerbsabwicklung
Wolfgang Niederwieser (Verein Architektur-Raum 5), Klaus Kern

Wettbewerbssiegerin
Maria Theresia Litschauer

*1950 in Waldenstein (AT), lebt und arbeitet in Wien.
mt-litschauer.at

ZUM SIEGERPROJEKT

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Dauerhafte künstlerische Intervention an einer historisch belasteten Skulptur mit InschriftWettbewerbssiegerin: Maria Theresia Litschauer

Zeitraum

2008

Straßenbahn 5, 33, 37 Nußdorfer Straße/Alserbachstraße

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