Autonomous Acts bildete den Rahmen für eine auf Künstlerprojekte fokussierte Performancereihe, welche die alltägliche Realitätswahrnehmung und ästhetische Erfahrungswerte neu zu definieren versuchte.
Pedro Lagoas Idee für das Projekt entstand im Rahmen von Partys, bei denen Schallplatten zertrümmert wurden. Den jungen Industrial-Music-Fans, Punk- und Heavy- Metal-Typen, die der Künstler in diesem Zusammenhang kennenlernte, muss jedoch bald gedämmert haben, dass die Vinylplatten zu wertvoll waren, um zu Schrott gemacht zu werden.
Dieser gemeinsame Unwille zum Opfer erinnert an Georges Batailles Begriff der Gabe, der eng mit dem Begriff des Aufgebens verbunden ist. Bataille zufolge stellt ein „Potlatsch“ eine fundamentale Herausforderung für die Notwendigkeit rationaler kapitalistischer Ökonomien dar. Es mag weit hergeholt sein, Lagoas Arbeit als Infragestellung der kapitalistischen Wirtschaft zu lesen, die Schallplattenzertrümmerungsfete verweist jedoch auf unsere individuellen Verhaltensweisen im Hinblick auf Materialität sowie die Möglichkeiten von Zerstörung und möglichem Recycling. Die sich durch Lagoas Werk ziehende Idee der Zerstörung lässt darauf schließen, dass es ihm darum geht, dass genau aus solchen Umständen etwas entstehen oder hervorgebracht werden kann.
Ort
Teil 1: Ve.Sch, Schikanedergasse 11/3, 1040 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Künstler
Pedro Lagoa
*1975 in Lissabon (PT), lebt und arbeitet in Lissabon (PT).
pedro-lagoa.blogspot.com



