Die platzübergreifende Intervention "100 Handlungsanweisungen", die PassantInnen mit Ideen und Perspektiven der Gegenwartskunst konfrontierte, forderte zu Handlungen, körperlichen Bewegungen oder Nachdenkpausen auf, die maximal fünf Minuten in Anspruch nahmen. Die vielteilige Installation der Kunsthalle Wien und ihres Trabanten project space richtet sich an kunstinteressierte Stadtmenschen und das sich aus Flaneuren, Eiligen und Trödlern zusammensetzende Zufallspublikum. Die "100 Handlungsanweisungen" auf signalgelben, an Laternenmasten montierten Tafeln vermessen den Karlsplatz neu, in einer anderen Kartographie. Der Kunstpfad lenkt von den eingeübten Wegen des Alltags ab und lässt den Betrachter den Karlsplatz mit künstlerischen Augen und Ideen erleben. Er versteht sich als Sand im Getriebe der Verwertungsmaschine und ertrotzt sich im Vorrübergehen Augenblicke der Kontemplation und des Hinterfragens einer glatten Reibungslosigkeit.
Die über den Platz verteilten Aufforderungen sind so unterschiedlich ausgerichtet wie die Kunst der Jetztzeit selbst - Nr. 17: "Legen Sie sich unter einen Baum, als ob Sie heruntergefallen wären!" (Erwin Wurm), Nr. 7: "Baue einen Ofen im geistigen Auge" (Pipilotti Rist) oder Nr. 47: "try to define yourself zwischen zwei sprachen" (Jan Svenungsson). Oder auch Nr. 35: "Beachten Sie keine Handlungsanweisungen" (Esther Stocker).
Textauszug: Gerald Matt, Roland Schöny, in: Kunst im öffentlichen Raum Wien. Aufbrücke - Werke - Interventionen. 2004 - 2007.
Ort
100 verschiedene Stellen am Karlsplatz/Resselpark, 1010 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Kurator
Gerald Matt
Projektträger
Kunsthalle Wien
Zeitraum
Juli 2004 bis Juli 2005
100 Texttafeln



