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12 TönePeter Sandbichler

12 Töne

Auf beiden Seiten des 120 Meter langen Tunnels unter dem Hauptbahnhof erzeugt Peter Sandbichler mittels reliefartiger Wandinstallationen ein Erfahrungsambiente. Dieses kalkuliert damit, nicht aus einer statischen Position, sondern stets im Durchschreiten oder Durchfahren wahrgenommen zu werden und trägt so der Funktion des Ortes als Passage Rechnung. Die Arbeit besteht aus abwechselnd konkaven und konvexen Keramikmodulen in zwölf Farben, die nach seriellen Prinzipien angeordnet sind. Die Profile der Module sind so gestaltet, dass sich aufgrund von Überlappungen der Formen und Farben beim Durchqueren des Tunnels ständig wechselnde optische Effekte ergeben.

Sandbichler schließt damit an Fragestellungen und Gestaltungsprinzipien an, die ab Mitte der 1950er-Jahre die Op Art beschäftigt haben. Sie führt uns die Täuschbarkeit unserer Sinne buchstäblich vor Augen und macht – wie Sandbichlers Installation – die Rezeption von Kunstwerken zu einer körperlichen Erfahrung, da diese aus wechselnden Perspektiven immer wieder anders erlebt werden.

An ihrem spezifischen Ort, im Tunnel unter dem neuen Hauptbahnhof, der zwei soziokulturell sehr unterschiedliche Bezirke miteinander verbindet, wird Sandbichlers Installation so auch zu einem Plädoyer gegen starre Positionen zugunsten von Offenheit und Toleranz.

Der Werktitel 12 Töne ist eine Anspielung auf die Zwölftonmethode bzw. die Reihentechnik in der Musik, die ebenso wie diese Arbeit mit einem festgelegten limitierten Tonmaterial in seriell-variierenden Anordnungen operieren.

Text: Eva Badura-Triska

Ort

Unterführung Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße, 1100 Wien

Weiterführende Info

Peter Sandbichler, *1964 in Tirol, lebt und arbeitet in Wien.

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12 TönePeter Sandbichler

Zeitraum

seit 10. Oktober 2019

U1 Hauptbahnhof

Termine

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