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Hier kommt die Erde. Und dann lange nichts.Markus Jeschaunig

Hier kommt die Erde. Und dann lange nichts.

Schwerelos im All, Sauerstoff- und Artenreich gleitet das “Raumschiff Erde“ durch die Weiten des Weltalls. Seine Besatzung aus Pflanzen, Tieren, Lebewesen, Wetter, Klima, Wasser, Erde und Partikeln setzt sich zu einer dynamischen und komplexen Koexistenz zusammen. In Zeiten des anthropologischen Einflusses auf die Biosphäre hat jedoch der Mensch die ungehinderte Weiterfahrt des Raumschiffs in Gefahr gebracht.

Mit seinem Projekt Hier kommt die Erde. Und dann lange nichts. thematisiert der Künstler und Architekt Markus Jeschaunig das Spannungsfeld zwischen mikroklimatischen und macroklimatischen Stadt- und Lebensräumen. Ein temperaturempfindliches Farbmotiv wird auf die West-Fassade aufgebracht und verändert sich wenn die Außentemperatur der Stadt 25° C übersteigt. Der Effekt der thermochromatischen Farbe legt ein weisses Raster auf der Fassade frei, der für das Thema „urban heat island“ (urbane Hitzeinsel) steht und eine neue Betrachtung der Stadt aus der Perspektive des Klimas eröffnet.

Das Gebäude des Europapavillons selbst wird symbolisch als Raumschiff mit dem Namen “Earth 1.0” interpretiert. Die Grid-Struktur steht analog für die Fugenteilung eines Schiffrumpfs, aber auch für einen kartografisch stadtplanerischen Raster einer neuen Planungspraxis, die das Klima an die erste Stelle stellt. Die Farbe Weiss nutzt den Albedo-Effekt, der mittels erhöhter Strahlungsreflexion einfallendes Sonnenlicht und Hitze abstrahlten kann, und somit zu einer Kühlung der Oberflächen und einem technisch messbaren Kühleffekt führt.

Der Schriftzug “You are Co-pilot of Spaceship Earth” spricht Betrachter*innen im Straßenraum vor dem Wiener Westbahnhof direkt und vor allem in persönlicher Art an, ein Teil der Biosphäre zu sein und selber einen Einfluss zu haben. Die Parallele zu Richard Buckminster Fullers Publikation legendäre “Operating Manual for Spaceship Earth” ist dabei bewusst gewählt: „We are all astronauts” schrieb der visionäre Ingenieur und Wissenschaftler 1960. Weiters fordert das Projekt eigenen ökologischen Fußabdruck von Gebäuden ein, indem es architektonisch inszeniert, wie sich ein Gebäude responsiv im Laufe der Jahres- und Tageszeit erwärmt und wieder abkühlt. Das Kunstwerk wird zum öffentlichen Temperaturdisplay.

Ort

Fassade der Stollgasse 17, 1070 Wien

Weiterführende Info

Markus Jeschaunig * 1982 Graz, lebt und arbeitet in Graz.
agencyinbiosphere.com

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Hier kommt die Erde. Und dann lange nichts.Markus Jeschaunig

Zeitraum

11. Juni bis Herbst 2021

U3 + U6, Westbahnhof

In Kooperation mit art:phalanx.

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Kooperationspartner