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Habs-Burgerstand [ˈhaːpsˌbɜrgəˈʃtant]Julius Deutschbauer, Klaus Pobitzer

Habs-Burgerstand [ˈhaːpsˌbɜrgəˈʃtant]

Im August 2014 trieb Klaus Pobitzer den Doppeladler durch den Fleischwolf, wie ihm das die Geschichte mit dem Habsburgerreich und vielen seiner Einwohner vorgemacht hatte. In einer viel beachteten Performance in Triest kreierte er, wie nicht nur Der Standard urteilte, eine optimale Metapher für das Verscheiden des Habsburgerreichs.

Fast ein Jahr später wurde diese Kreation einem großen Publikum im öffentlichen Raum zugänglich gemacht. Um das historisch Faschierte als Experiment der Nachwelt zu verfüttern, rammten die beiden Künstler Julius Deutschbauer und Klaus Pobitzer im Mai und Juni 2015 einen Pfahl in die Herzen der gemütlichen Wienerstadt und realisierten die permanent irrlichternde Installation eines Habs-Burgerstands.

Vor den erstaunten Augen der spät Eingeborenen und Touristen, die angesichts der Gefahr schnell noch ihre Smartphones und Selfiesticks in Stellung brachten, erstand und zerfiel die monarchistische Ergebenheitsmaschine, das Heldengebrüll, die süße Inszenierung zur ewigen Iteration der Einfallslosigkeit, zur Banalität des Straßenmusikanten, zum traurigen Wehen des Käfigtiers.

Gefragt war die Wahrheit, mitgeliefert wurde sie nicht, aber vielleicht ein paar versteckte Hinweise, wann Julius Deutschbauer und Klaus Pobitzer mit dem mobilen Ausspeisungsort im öffentlichen Raum Station machen würden, um gegen die schreiend historischen Plätze anzuflüstern, um sich stetig, Tropfen für Tropfen, Gehör zu verschaffen.

Fünf Wochen lang wurde zwisch en dem Ausrollen und dem Einziehen der Habs-Burgerfahne ein Programm gemacht, das sich aus Konzert, Performance, Lesung, Film, Interview, Diskussion und Lamentieren selbst zusammenflickte, überstrahlt von Beiträgen aus dem Archiv, das zu Beginn noch nicht existierte, aber mit jedem Tag wuchs. Am Habs-Burgerstand gab es auch, womit die kaiserliche Familie nicht gerechnet hätte, einen Flatscreen, und, was der moderne Wiener von seinem Würstelstand nicht erwartete, eine Handbibliothek.

DO 7. - SA 9.5., 12 - 17 Uhr: Schloss Schönbrunn (links neben dem Haupteingangs des Schönbrunn-Areals)
DO 14. - SA 16.5., 17 - 22 Uhr: Franz-Josefs-Bahnhof (rechts am Bahnhofsvorplatz)
DO 21. - SA 23.5.: Carte Blanche
DO 28. - SA 30.5., 17 - 22 Uhr: MuseumsQuartier
DO 4. - SA 6.6., 17 - 22 Uhr: Rooseveltplatz / Votivkirche

Ort

mehrere Orte in Wien: Schloss Schönbrunn (links neben dem Haupteingang des Areals) / Schönbrunn Palace (to the left of the main entrance to the premises); Franz-Josefs-Bahnhof (rechts am Bahnhofsvorplatz / to the right on the train station plaza); Carte Blanche/on the road; MuseumsQuartier; Rooseveltplatz/Votivkirche

Weiterführende Info

Künstler
Julius Deutschbauer
*1961 in Klagenfurt (AT), lebt und arbeitet in Wien / lives and works in Vienna.
julius-deutschbauer.com

Klaus Pobitzer
*1971 in Schlanders (IT), lebt und arbeitet in Wien / lives and works in Vienna.

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Habs-Burgerstand [ˈhaːpsˌbɜrgəˈʃtant]Julius Deutschbauer, Klaus Pobitzer

Zeitraum

7. Mai – 6. Juni 2015

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