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GewinnerInnen 20 Seconds for Art, 2013Sechs GewinnerInnen

GewinnerInnen 20 Seconds for Art, 2013

Aus rund 150 Wettbewerbsbeiträgen wurden schließlich folgende sechs Gewinnerfilme ausgewählt.

Melanie Hollaus: mirror.grid_passage, 2013

mirror.grid_passage von Gerold Tagwerker besteht aus einem an den Wänden angebrachten Fliesenmuster, das durch spiegelnde Fliesenbahnen durchbrochen ist. Beim Durchschreiten der Passage entsteht durch die Spiegelungen eine Vervielfachung des Raums. Die PassantInnen finden sich in einer illusorischen Situation wieder, da durch ihre eigenen Bewegungen und Spiegelungen unterschiedliche Ebenen gleichzeitig sichtbar werden. Der Außenraum wird in den Innenraum geholt, das Licht wird verstärkt und gebrochen, durchgehende PassantInnen werden verdoppelt und verdreifacht und zusätzlich an die gegenüberliegende Wand „geworfen“.

Das Video von Melanie Hollaus greift die unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen auf, die durch die Spiegelungen entstehen, verstärkt sie und erweitert sie um die Spielfilmebene. So werden einerseits durchgehende PassantInnen zu „SchauspielerInnen“ und in der Passage verortet, andererseits treten die unterschiedlichen Ebenen miteinander in Dialog.

Iris Julian: die un/sichtbare performance, seit 2009

Wie klein und unauffällig können Bewegungen im öffentlichen Raum sein, um nicht als Performance wahrgenommen zu werden? Um Antworten zu finden, wurden ChoreografInnen eingeladen, Bewegungsfolgen an einem Ort zu zeigen, den man gemeinhin nicht mit dem Begriff „Performance“ in Verbindung bringt: zum Beispiel ein Wartehäuschen gegenüber der Staatsoper. Obwohl es klein ist und es nur wenig Bewegungsspielraum gibt, sind Ausdruck und die Technik der ChoreografInnen zu spüren. In weiterer Folge entstanden aus diesem Research Videos, Installationen und Performances: Extrahiert aus dem Alltag, wurden die Bewegungen im White Cube einer Galerie oder in der Blackbox des Theaters sehr wohl (sehr) sichtbar.

Im Rahmen von 20 Seconds for Art wurde die die un/sichtbare performance. an inquiry of unusualness mit Martina Ruhsam von 2011 gezeigt.

Konzept, Choreografie, Video: Iris Julian

Videobeiträge von Markus M. Bruckner, Satu Herrala, Lisa Hinterreithner, Sabina Holzer, Anita Kaya, Iris Julian, Philippe Riera (Superamas), Martina Ruhsam, Oleg Soulimenko, Linda Samaraweerova, Lena Wicke-Aengenheyster

Emilie Kleinszig, Michael Luger und Christina Schraml: Kennen wir uns?, 2013

Städte sind kompliziert, ihre Gefüge komplex und divers. Vor diesem Hintergrund stellt dieser Beitrag nicht nur Kunst im öffentlichen Raum, sondern auch den öffentlichen Raum an sich und dessen NutzerInnen in den Mittelpunkt. Die Bilder zeigen Momente im Leben eines Kunstobjekts in Schnellabfolge, wobei der Blickpunkt so gewählt wurde, dass die Zuschauenden zu BeobachterInnen werden: Man sieht das Kunstwerk im Zentrum, die Stadt und ihre BewohnerInnen, die sich um das Werk herum bewegen.

Folgende Werke kommen der Reihe nach im Film vor: Lemurenköpfe von Franz West auf der Stubenbrücke, Pi von Ken Lum in der Westpassage der U-Bahn-Station Karlsplatz, die Street Art Passage im MuseumsQuartier und Yellow Fog von Olafur Eliasson auf dem historischen Platz Am Hof mitten in der Wiener Altstadt.

Christoph & Jakob Listabarth: Kunst kann’s, 2013

Der Kurzfilm stellt die Fassadengestaltung des Künstlers Heimo Zobernig in der Passage der UStrab-Station Laurenzgasse in den Mittelpunkt. Dabei wird einerseits das Spannungsfeld zwischen den Zuschauenden, vom Alltag getrieben, und der Wirkung des Kunstwerks an sich thematisiert. Andererseits wird der Frage nachgegangen, wie das Vorhanden-, beziehungsweise Nichtvorhandensein derartiger Kunstwerke das Stadtleben prägt. Fest steht, dass Kunst im öffentlichen Raum zu Recht ihren Platz gefunden hat, denn Kunst kann’s.

Sebastian Mayrhuber & Marcell Andor Bándi: Glowing Streetart, 2013

Manchmal grell, oft bunt und immer Ausdruck von Meinung: Aufmerksamen Augen bieten Street Art- und Graffiti-Kunst in Wien immer wieder neue Reize. Sie findet sich fast überall und bereichert jeden Tag. Abgelenkt vom Alltag schenkt man ihr meist nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient.

Mittels Light Painting — im Speziellen der Abbildung dieses Effekts in Videos — lenken die Medientechnik-Studenten Sebastian Mayrhuber und Marcell Andor Bándi die Blicke auf diese Gegenwartskunst: Dabei werden Lichtquellen im Raum bewegt und dies auf langzeitbelichteten Fotografien festgehalten. Wiederholt man dies und spielt die Bilder anschließend rasch hintereinander ab, entsteht der Eindruck von Bewegung. Eine Hommage an und ein Plädoyer für genaues Hinsehen.

Michail Michailov: 736 cm, 2011

Die Arbeitsweise von Michail Michailov ist subversiv — nicht nur wegen seiner geheimen Aktionen, sondern vor allem wegen deren starker Symbolik. Der Künstler bedient sich dabei unterschiedlicher Medien und nutzt Techniken der Tarnung. Selbstironisch zeigt er eine unterschwellige Kritik an der Gesellschaft, der Religion und am Kunstmarkt. In der Intervention 736 cm spielt Michail Michailov mit Größe und Männlichkeit und verwendet dabei ohne Erlaubnis eine Skulptur des Künstlers Franz West als Sockel für sich selbst...

Ort

auf den Bildflächen im INFOSCREEN-Netz, Wien

Weiterführende Info

KünstlerInnen

Melanie Hollaus
*1980 in Rum (AT), lebt und arbeitet in Wien und Innsbruck (AT)
melaniehollaus.at

Iris Julian
*1975 in Wien, lebt und arbeitet in Wien
iris-julian.com

Emilie Kleinszig
*1985 in Wolfsberg (AT), lebt und arbeitet in Wien

Michael Luger
*1984 in Linz (AT), lebt und arbeitet in Wien
theyshootmusic.at

Christina Schraml
*1985 in Linz (AT), lebt und arbeitet in Wien

Christoph Listabarth
*1993 in Wien, lebt und arbeitet in Wien

Jakob Listabarth
*1993 in Wien, lebt und arbeitet in Wien und Graz (AT)

Sebastian Mayrhuber
*1982 in Wien, lebt und arbeitet in Wien

Marcell Andor Bándi
*1990 in Budapest (HU), lebt und arbeitet in Wien

Michail Michailov
*1978 in Veliko Tarnovo (BG), lebt und arbeitet in Wien
michailmichailov.com

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Zeitraum

1. Juli – 25. August 2013

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