Ein Haufen von 200.000 Stück funkelnden Glaskristallen wurde für 48 Stunden in der Wiener Innenstadt ausgelegt. Vier rot-weiß gestreifte Holzbalken, wie sie von Baustellen bekannt sind, wurden dem Haufen zum Schutz beigestellt. Nach zwei interessanten Tagen im öffentlichen Raum zeigte sich, was von dem Haufen übrig geblieben war.
Wie ist es um die Hemmschwelle der Aneignung von öffentlichem Gut bestellt? Kann sich jemand funkelnden Steinen widersetzen? Absperrungen und Hinweisschilder, so rot-weiß gestreift sie auch sein mögen, haben ihre Autorität längst verloren. Die Arbeit spekulierte mit der Geschwindigkeit der Informationsweitergabe in der Öffentlichkeit. Wie lange dauert es, bis von einem stattlichen Haufen Kristalle nur ein trost- und nutzloses Baustellengerüst bleibt, bzw. wie weit gehen Menschen, um sich ihr Stück des Kuchens zu sichern? Beginnt die gefürchtete Privatisierung des öffentlichen Raums nicht bereits mit so kleinen „Kavaliersdelikten“? Und ist nicht das Verhalten des Einzelnen ausschlaggebend dafür, was den voranschreitenden Privatisierungen des öffentlichen Raums entgegengesetzt werden kann bzw. – wie meist – leider ausbleibt?
Text: Alexander Felch, Mona Hahn
Ort
Tuchlaubenhof, Tuchlauben 7/7A, 1010 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Künstler
Alexander Felch
*1978 in Wien, lebt und arbeitet in Wien und St. Petersburg (RUS).
alexanderfelch.net
Idee/Konzept
Alexander Felch, Snezhana Vinogradova, Mikhael A Crest
Produktion
Alexander Felch, Alice Felch, Olga Schöberl/EOSAGENCY
Partner und Förderer
das weisse haus, Wien Kultur






