Auf dem Fliesenbild Barbara Krobaths sind drei Touristen zu sehen, die aus einem Zugfenster winken und fotografieren. Eine universale Wohlfühlchiffre, die auf den ersten Blick harmlos und heiter wirkt. Doch es handelt sich um einen besonderen Zug: Die Qinghai–Tibet-Bahn ist die höchstgelegene Eisenbahnstrecke der Erde (Scheitelpunkt: 5072 m). Das Prestigeprojekt der chinesischen Regierung, von dem schon Mao Zedong träumte, wurde am 1. Juli 2006 eröffnet und verbindet die Provinz Qinghai mit Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet. Ist die Bahn ein Mittel, um immer mehr Chinesen auf dem Dach der Welt anzusiedeln und damit die Tibeter und ihre Kultur weiter an den Rand zu drängen? Wird sie im Notfall schnell Truppen nach Lhasa transportieren? Oder sollen wir das Bild als Vision einer Zukunft lesen, in der chinesische Touristen in ein freies Tibet kommen und einem stolzen Volk zuwinken?
Das 19 Quadratmeter große Bild Drei Chinesen in der Qinghai–Tibet-Bahn ist aus ca. 40.000 Bisazza-Glasmosaikfliesen zusammengesetzt und wurde von gehörlosen Kursteilnehmern des Schulungszentrums Equalizent (Obere Augartenstraße 20, 1020 Wien) gelegt, wo es seit 10. Oktober 2013 auch permanent installiert ist.
Ort
U2-Station Schottentor, Liftgalerie (Vitrine über dem U2-Bahnsteig), 1010 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Künstlerin
Barbara Krobath
*1959 in Kärnten (AT), lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich (AT).
barbarakrobath.at




