Die Gestalt des Monuments auf dem Wiener Heldenplatz stellt in äußerster Reduktion die Tektonik der benachbarten Baukörper dar. Seine Ausrichtung ist an den Achsen der bestehenden architektonischen Ordnung orientiert. Das Denkmal, aus massivem, dunklem Stahl gefertigt, gewährt durch die Distanz der zwei Blöcke zueinander einen Durchblick, der trotz der Schwere etwas wie Transparenz ermöglicht. Dieser Zwischenraum wird durch die Zuwendung von beiden Seiten gebildet. Er kann als Raum der Begegnung und Versöhnung gedeutet werden. Der Aufbruch der undurchdringlichen und unbeweglichen Massen ist ein wesentlicher Bestandteil des Denkmals. Er nimmt ihm alles heroische, das ein übermannshoher Block haben könnte. Neben den mächtigen Prunkbauten des Heldenplatzes kommt der Zweiteiligkeit des Denkmals besondere Bedeutung zu. Die beiden einander zugewandten Blöcke stellen ein Gegenüberstehen dar, das individuell persönlich oder gesellschaftlich politisch verstanden werden kann. Als Haltung von Angehörigen angesichts des Todes eines geliebten Menschen, als Haltung der Exekutive angesichts einer äußersten Konsequenz des Dienstes, als Haltung der Gesellschaft angesichts bestehender Gewalt.
Text von Dr. Gustav Schörghofer
Ort
Heldenplatz, 1010 Wien
Galerie
Weiterführende Info
Florian Schaumberger, *1962 in Wien, lebt und arbeitet im Waldviertel.
www.schaumberger.net


