PRÄAMBEL

Die Kunst im öffentlichen Raum GmbH stellt sich stets von Neuem die Frage, welchem Wandel das Verhältnis von Kunst, Gesellschaft und Stadtraum unterliegt. Sie begreift ihre Aufgabe darin, künstlerische Positionen zu präsentieren, die sich mit der aktuellen Situation der Stadt, ihren Menschen und Räumen auseinandersetzen. Es geht darum, die Entwicklung neuer künstlerischer Arbeiten zu fördern und damit einen aktiven Beitrag an der Gestaltung urbanen Lebens zu leisten.

Die Möglichkeiten der Kunst liegen in der Verschränkung unterschiedlicher Formen der Wahrnehmung, des Denkens, der Versuchsanordnung und der ästhetischen Erfahrung. Sie besitzt die Fähigkeit, Formen und Aneignungsweisen zu schaffen, mit denen sie auf spezifische Orte und Situationen der Stadt reagiert, diese mitgestaltet oder vorübergehend verändert. So kann sie Anregungen zu einer neuen Wahrnehmung der Stadt, zum veränderten Handeln und Erleben des eigenen Lebensalltags geben.

Markus Ambach
Markus Ambach
Künstler, Kurator und Autor
*1963 Darmstadt; Künstler, Kurator, Autor und Initiator zahlreicher Kunstprojekte und Ausstellungen im öffentlichen Raum, lebt in Düsseldorf.
Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und gründete nach zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland 2002 die Projektplattform MAP, die international kontextbezogene Projekte im Stadtraum sowie themenspezifische Ausstellungen in Kooperation mit verschiedenen Projektpartnern wie Städten, Museen oder urbanen Akteuren entwickelt, kuratiert und produziert. Dabei entstehen kontextspezifische Projektformate, die in Ausstellungen wie „B1A40 Die Schönheit der großen Straße“, „Ein ahnungsloser Traum vom Park“ oder „Choreografie einer Landschaft“ mit Künstlern, Wissenschaftlern, Anliegern und anderen gesellschaftlichen Gruppen das Verhältnis von Kunst, Gesellschaft, Urbanität und Stadt thematisieren. Ein spezifisches Interesse von MAP gilt zudem dem Thema „Repräsentationen von Natur im städtischen Kontext“. In Ausstellungsprojekten in Gärten, Parks und anderen Formen öffentlicher Naturinterpretation wird das Verhältnis von Stadt, Kultur und Natur diskutiert. Markus Ambach engagiert sich darüber hinaus auch politisch in verschiedenen Gebieten und Arbeitsgruppen, so z. Bsp. für die Einrichtung einer Kunstkommission für Düsseldorf.
Er unterrichtete an verschiedenen Akademien und Hochschulen, u.a. an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der UDK Berlin und der Hochschule für Gestaltung Offenbach a.M.
Claudia Büttner
Claudia Büttner
Kunsthistorikerin und Kuratorin
*1965 Buchholz i.d. Nordheide; promovierte Kunsthistorikerin und Kuratorin, lebt in München.
Sie ist spezialisiert auf öffentliche Kunst, konzipiert und betreut Ausstellungen und Projekte im öffentlichen Raum, u.a. SkulpturProjekte in Münster 1997 und DreamCity in München 1999. 1999-2003 leitete sie kunstprojekte_riem, ein Modellprogramm für Kunst im öffentlichen Raum in München mit über 20 Kunstprojekten, Veranstaltungen und internationaler Tagung. Sie lehrte Kunstgeschichte 1990-1995 an der TU Berlin, 1999 an der TU München und 2002 als Gastprofessorin in Linz. Sie hält Vorträge, schreibt Aufsätze, berät Kommunen international bei der Umsetzung von Kunstprogrammen, arbeitet in Jurys und Preisgerichten (u.a. Festival der Regionen 2017) und ist als Gutachterin für das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtplanung tätig (6 Studien zur Kunst am Bau bei Bund, Privatunternehmen, Ländern, Geschichte der Kunst am Bau.
Berthold Ecker
Berthold Ecker
Leiter Referat Bildende Kunst der Kulturabteilung der Stadt Wien
*1961 Linz; Kunsthistoriker, Kurator und Autor, lebt in Wien.
Ab 1991 am Referat „Bildende Kunst“ der Kulturabteilung der Stadt Wien. Im Jahr 1998 Gründung des „Museums auf Abruf“ (MUSA) und Neuorganisation der Sammlung zeitgenössischer Kunst. Seit 2003 Leiter des Referats „Bildende Kunst“. Zusammen mit Bernhard Denscher 2003 Gründung des „Monats der Fotografie Wien“ und des „Europäischen Monats der Fotografie“. Seit 2007 Leiter des MUSA, des Ausstellungsraums für die Sammlung zeitgenössischer Kunst der Kulturabteilung der Stadt Wien.
Ausstellungen (Auswahl): Oberösterreich. Die Zeichnung im 20. Jahrhundert, OÖ Landesgalerie, Linz, Steyr 1999; Leopold Birstinger, Leopold Museum, Wien 2003–2004; Mutations I–III. Public Images – Private Views, Paris, Berlin, Bratislava, Moskau, Rom, Luxemburg 2008–2010; Lieselott Beschorner, MUSA Wien 2011; Beauty Contest, ACFNY, New York, und MUSA, 2011–2012; The Dignity of Man …, Sarajevo, Brno, MUSA; Looking for the Clouds, Wien u.a. 2015/16.
Kurator einer fünfteiligen Ausstellungsreihe zur Wiener Kunst von den 1950er bis zu den 1990er Jahren (2009-2018) im MUSA Wien und Herausgeber der zugehörigen Sammlungskataloge.
Doris Krüger
Doris Krüger
KÖR Juryvorsitzende, Künstlerin
*1974 Wien, lebt als bildende Künstlerin in Wien. Seit 2006 Zusammenarbeit mit Walter Pardeller.
Krüger & Pardeller untersuchen, wie sich soziale Interaktion auf den physischen Raum auswirkt und umgekehrt, wie weit Raumkonzepte und Objekte soziale Konstellationen prägen. Sie verstehen ihre Arbeiten als Plattformen, auf denen subjektive und gesellschaftliche Vorstellungen von Form und Ästhetik verhandelt werden können und in Folge auch die damit einhergehenden Modelle unseres Zusammenlebens. Die Arbeiten von Krüger & Pardeller reichen von Projekten im öffentlichen Raum, institutionellen Ausstellungen, Installationen und Skulpturen bis hin zu Ausstellungsgestaltungen, Publikationen und kuratorische Konzepten. Ein sensibler Umgang mit Geschichte zeichnet ihre öffentlichen Projekte aus, zB eine Platzgestaltung in der Seestadt Aspern oder die Adaption der ersten öffentlichen Garage Wiens, aus den 1960er Jahren. Seit 2006 Lehrtätigkeit an der Akademie der bildenden Künste und der Universität für angewandte Kunst, Wien. Beiratstätigkeit u.a. im Fotobeirat des BKA (2011-2013). Mitglied der Wiener Secession. Herausgeber von „Aesthetic Basic Chronicle, Vol.1“, Sternberg Press Berlin (2014), „The Phenomenon of Space in Art, Architecture and Design“, Springer, Wien/New York, 2008.
Ausstellungen u.a.: SBC Gallery of Contemporary Art, Montreal/CA (2016), ACF, New York/USA (2015), 21er Haus, Wien/A (2014), National Gallery of Denmark, Kopenhagen/DK / Museion, Bozen/IT (2011), MAK, Wien/A (2012), AA, London/UK / ISCP, New York/USA (2010), Kiesler Stiftung, Wien/A (2009).
Michael Obrist
Michael Obrist
Architekt, feld72 Architekten ZT GmbH und Gastprofessor
*1972 Bolzano/Italien, lebt und arbeitet in Wien und Linz.
Gründungsmitglied und Partner bei feld72 – architektur und urbane Strategien (Anne Catherine Fleith, Michael Obrist, Mario Paintner, Richard Scheich, Peter Zoderer).
Die Arbeit von feld72 bewegt sich an der Schnittstelle von Architektur, angewandtem Urbanismus und Kunst. feld72 hat zahlreiche Projekte diverser Größenordnung im nationalen und internationalen Kontext umgesetzt, die von Masterplänen über Gebäude, städtebauliche Studien, Ausstellungsgestaltungen bis hin zu urbanen Strategien und großflächigen Interventionen im öffentlichen Raum reichen.
Seit 2014 Gastprofessor bei raum&designstrategien, Kunstuniversität Linz. Zahlreiche Lehraufträge im In- und Ausland (TU Wien, Kunstuniversität Linz, Bauhaus Kolleg Dessau, Bergen Architecture School Norway, TU Graz, Fondazione Antonio Presti – Fiumara d´Arte - Sicilia). Leitung der Meisterklasse für Public Space an der Sommerakademie Salzburg 2016 und 2015, und an der Architectural Association Visiting School Slovenia 2015.
Ausstellungen u.a. La Biennale di Venezia 2016 / 2011 / 2010 / 2008 / 2004 (IT), Architekturmuseum Frankfurt 2015 (DE), MAXXI Rom 2015 / 2012 (IT), Biennale von Hongkong/Shenzhen 2009 (CN), Biennial of the Canaries 2009 (ES),Trienniale der Zeitgenössischen Kunst in Guangzhou 2008 (CN), Architekturbiennale Sao Paulo 2007 (BR), Architekturbiennale Rotterdam 2003 (NL).