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U-Bahn-Station KarlsplatzPeter Kogler

U-Bahn-Station Karlsplatz

Ein tapetenartiges Netzwerk aus computergenerierten Röhrenformen an den Wänden: Peter Koglers Gestaltung des Zwischengeschosses der U-Bahn-Station Karlsplatz zielt auf eine virtuelle Erweiterung des realen Raumgefüges. Die Installation scheint die Grenzen der Architektur aufzulösen und mit ihren dynamisch verspannten Strukturen auf die Transferfunktion des Raums für die PassantInnen anzuspielen.

Röhrenformen sind im Gesamtwerk des Künstlers ein zentrales Motiv. Ihre netzwerkartigen Verzweigungen entwerfen eine künstliche und zeichenhafte Welt, die zugleich von illusionärer Erscheinung ist. Kogler bezieht sich dabei immer wieder auf die allgegenwärtige Medialisierung und Technologisierung durch Computernetzwerke und Datenströme, die unsere Raum- und Zeiterfahrungen mitbestimmen und verändern.

Im Sog digitalisierter Informationsflüsse, die immer und überall verfügbar sind, verflüchtigen und verflüssigen sich traditionelle Vorstellungen von Raum und Zeit als starre Parameter von eindeutigem Bestand.

Kogler thematisiert nicht nur die Verknüpfung von Realität und Fiktion, von analoger und digitaler Wirklichkeit. Seine Werkmotive und deren variantenreicher Einsatz verweisen auch auf die Synchronität des Organischen und Technoiden sowie des Natürlichen und Künstlichen. So erinnern die geometrischen Röhrenformen nicht zufällig auch an abstrahierte organische Kapillarsysteme oder an den inneren Aufbau von Kristallen.

Die Installation besteht aus 193 schwarz-weißen, im Siebdruckverfahren bedruckten Glaselementen mit einer Gesamtfläche von 420 Quadratmetern. Das computergenerierte Röhrenmotiv vermittelt ein zusammenhängendes Raumerlebnis, wobei — bedingt durch Muster und bauliche Gegebenheiten — jedes der Wandelemente ein Unikat ist.

Mit ihren Passagen, Rolltreppen, Gleisen und Tunneln bilden die U-Bahnstationen und ihr Verkehrsnetz ihrerseits ein komplexes Geflecht von Raum- und Bewegungsschleusen für Mobilität und ständigen Transfer. Im räumlichen Zusammenhang dieser unterirdischen, städtischen Verkehrsstruktur, die dem Blick von oben und außen weitgehend verborgen bleibt, gewinnt Koglers bildhaft-mediale Rauminszenierung eine Spiegelbild-Funktion: Sie lenkt den Blick hinter und unter die sichtbare Oberfläche der Dinge, indem sie den immateriellen Energieströmen in verborgenen Netzen sichtbare und symbolische Bilder zuweist.

Text: Rainer Fuchs

Ort

U-Bahn-Station Karsplatz, U1-U2-Zwischengeschoss, 1040 Vienna

Weiterführende Info

Künstler

Peter Kogler
*1959 in Innsbruck (AT), lebt und arbeitet in Wien

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U-Bahn-Station KarlsplatzPeter Kogler

Zeitraum

Seit 21. Februar 2011

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