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two drawings in the sky, two paintings underneathPedro Cabrita Reis

two drawings in the sky, two paintings underneath

Der portugiesische Künstler Pedro Cabrita Reis schafft in seinem Wettbewerbsvorschlag für die Gestaltung der beiden Wiener U2-Stationen Donaumarina und Donaustadtbrücke durch aufeinander bezogene, künstlerische Elemente eine Verbindung: Die monochrome orange Wandmalerei und die linearskulpturale Zeichnung aus Leuchtstoffröhren sind beiden Entwürfen gemeinsam. Eine weitere Komponente des Entwurfs für die WIENER LINIEN zeigt sich bereits in früheren Arbeiten: Die Aneinanderreihung von Leuchtstoffröhren auf einem hochaufragenden, leicht abgewinkelten Mast nutzte Pedro Cabrita Reis bereits 2007 für die Arbeit Down Here, Up There, die sich in der Sammlung des Kunstmuseums Winterthur befindet. Unter dem Titel Among the trees variiert Cabrita den Entwurf im Jahr darauf für eine Installation im landschaftlichen Kontext. Die Kombination dieser Elemente zu einem spezifisch für die U2-Stationen entwickelten Entwurf ist nichtsdestotrotz ein neues, ganz eigenständiges Werk, das die vorgefundene Architektur in ihrem Recht belasst, ihre Grundformen aufnimmt und gleichzeitig eine formal ganz andere Entwurfssprache dagegensetzt.

Die beiden vom Wiener Büro Architekt Katzberger entworfenen Stationen verhalten sich komplementär und bedingen einander. Gleich Brückenköpfen verspannen sie die Donauquerung der U2 und bilden eine Torsituation, die architektonisch durch die Treppen- beziehungsweise Fahrstuhltürme der flussseitigen Aufgangsbauwerke unterstrichen wird. Die Stationen selbst sind ebenfalls Brückenbauten. Die Donaustadtbrücke überspannt die A22, die Donaumarina und den Handelskai. Daraus ergibt sich eine interessante Doppelung: Beide Stationen sind als Brücken angelegt und fungieren gleichermaßen als Brückenkopfe der Donauquerung. Trotz der vergleichbaren Struktur und identischer Baumaterialien — tragende Teile in Sichtbeton, Verkleidung mit matten Metallpaneelen im Sockelgeschoss und vertikal gegliederte Fensterbänder auf der Ebene der Bahnsteige — unterscheiden sich die Stationen in der architektonischen Ausgestaltung deutlich. Während der elliptisch anmutende Baukörper der Donaustadtbrücke einen Zug ins Expressive aufweist und bildhafte Vergleiche geradezu herausfordert, ist die Donaumarina von zurückhaltend orthogonaler Eleganz.

Cabrita besetzt die beiden verschwisterten Stationen mit korrespondierenden, aufeinander bezogenen Arbeiten. Sein Entwurf basiert auf ebenso präzisen wie minimalen Interventionen mit den Elementen Farbe, Licht und Form. Klar definierte vertikale und horizontale Flächen der Außenfassaden sind mit oranger und weiser Betonfarbe gestrichen, und auf jeweils einen der charakteristischen „Treppentürme“ der Stationen ist ein 10,50 Meter hoher, leicht aus dem Lot geneigter Lichtmast gesetzt, dessen weißes Leuchten bei Dunkelheit weit in den Stadt- und Landschaftsraum hinein wirkt. So hat der Künstler parallel zur tatsächlichen auch eine ideelle Querung der Donau geschaffen, gleichsam einen zweiten, künstlerischen Brückenschlag.

Text: Markus Richter, in: Pedro Cabrita Reis, two drawings in the sky, two paintings underneath.

Ort

Donaumarina, 1020 Wien

Weiterführende Info

Künstler
Pedro Cabrita Reis

*1956 in Lissabon, lebt und arbeitet in Lissabon (PT).
pedrocabritareis.com

Dieses Projekt wurde im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs als Siegerprojekt gekürt. Für mehr Informationen folgen Sie diesem Link:

ZUM WETTBEWERB

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two drawings in the sky, two paintings underneathPedro Cabrita Reis

Zeitraum

Seit 9. Dezember 2013

U2 Donaumarina, U2 Donaustadtbrücke

Donaumarina
2 Farbflächen: Reinorange RAL 2004, 26,35 m × 3,3 m, Verkehrsweis RAL 9016, 3,5 × 11,2/11,4 m (Unterkante ansteigend) + über Ecke 5,2 × 12,45 m, Lichtstab: feuerverzinktes Stahlprofil, I-Querschnitt, b = 20 cm, h = 10 m, 10° aus dem Lot, 8 LED-Feuchtraumleuchten

Donaustadtbrücke
2 Farbflächen: Reinorange RAL 2004, 3,7 m × 10,4 m, Verkehrsweis RAL 9016, 3,21 m × 7,61 m über 37,15 × 2,77 m (gemeinsam ein langes liegendes L), Lichtstab: feuerverzinktes Stahlprofil, I-Querschnitt, b = 20 cm, h = 10 m, 10° aus dem Lot, 8 LED-Feuchtraumleuchten

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