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Repair Democracy. Ein Demonstrationszug zu 100 Jahre FrauentagLisl Ponger

Repair Democracy. Ein Demonstrationszug zu 100 Jahre Frauentag

Hundert Jahre nach Ausrufen des Internationalen Frauentags präsentierte das Österreichische Museum für Volkskunde mit der Jubiläumsausstellung FESTE. KÄMPFE. 100 Jahre Frauentag sehenswerte Ergebnisse aus einem vielschichtigen Forschungsprojekt des Bruno Kreisky Archivs. Neben der historischen Ausstellung gab es künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum. Zudem entstanden eine mehrteilige Begleitpublikation und in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria im Metro Kino die Reihe Film & Zeitgeschichte: 100 Jahre Frauentag.
Die Wiener Ringstraße spielt seit dem ersten Frauentag 1911 in Wien als Ort der etablierten politischen Macht sowie als Weg und Ziel der Frauendemonstrationen eine zentrale Rolle. Sowohl die parteipolitischen Massenveranstaltungen während der Ersten und Zweiten Republik als auch die „autonome“ Frauenbewegung in den 1970er- und 1980er-Jahren nützten — wie auch andere neue soziale Bewegungen — die Ringstraße für Demonstrationen. Lisl Ponger griff die Demonstration mit ihrem Projekt Repair Democracy. Ein Demonstrationszug zu 100 Jahre Frauentag mit einer temporären Außengestaltung einer Straßenbahngarnitur am Ring auf: Inszenierte Fotos auf den Außenseiten eines Trieb- und eines Beiwagens der Linie 2 zeigten Gruppen von Migrantinnen als öffentliches Kollektiv, als fordernde Masse in Bewegung. „Migrantinnenrechte sind Frauenrechte“ oder „Empowerment“ steht auf ihren Transparenten. Die Frauen vor der Kamera sind tatsachlich politische Aktivistinnen. Sie fordern eine gesellschaftliche Notwendigkeit: gleiche Rechte für alle.
Lisl Ponger setzte sich damit zugleich mit sozialen und ästhetischen Darstellungsformen auseinander und verdeutlichte symbolpolitische Mittel und Wege von Kunst. Zugleich wurden Möglichkeiten der (Selbst-) Repräsentation sozialer Gruppen ausgelotet, die in Bezug zu den Anliegen des Frauentags stehen.

In Anlehnung an: Johanna Zechner, In.Anspruch.Nehmen. 100 Jahre Frauentag. Fünf Kunstprojekte im öffentlichen Raum, S. 309–310; Heidi Niederkofler, Maria Mesner, Johanna Zechner (Hg.), Frauentag! Erfindung und Karriere einer Tradition, Wien 2011, S. 312.

Ort

Außenseite einer Straßenbahngarnitur der Linie 2

Weiterführende Info

Künstlerin

Lisl Ponger
*1947 in Wien, lebt und arbeitet in Wien
lislponger.com

Über das Projekt

Das Projekt wurde vom Bruno Kreisky Archiv und Johanna Dohnal-Archiv in Kooperation mit dem Volkskundemuseum Wien initiiert und umgesetzt.
Parallel zum Projekt im öffentlichen Raum fand vom 4. März bis 30. Juni 2011 eine Sonderausstellung FESTE. KÄMPFE. 100 Jahre Frauentag im Volkskundemuseum Wien statt.

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Repair Democracy. Ein Demonstrationszug zu 100 Jahre FrauentagLisl Ponger

Zeitraum

1. März – 30. Juni 2011

Termine

Links

100 Jahre Frauentag