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PestsäuleJadwiga Sawicka

Pestsäule

Die polnische Künstlerin Jadwiga Sawicka verschränkt das Hinterfragen der eigenen Geschichtlichkeit sowie der „Denkmal“-Funktion von Kunst im öffentlichen Raum mit direkten Aussagen zu gesellschaftlichen Befindlichkeiten. Der Titel ihrer multimedialen Installation Pestsäule spielt auf die Wiener Pestsäule am Graben an, die zu den bekanntesten historischen Denkmälern in Wien zählt. Bei ihrer über 7,5 Meter, als Metallkonstruktion emporragenden Säule bediente sich Jadwiga Sawicka mithilfe von Leuchtkästen einer Ästhetik der Werbebranche. Diese konterkarierte sie durch Texte zu existenziellen Themen, die ins Polnische, Deutsche und Englische übersetzt waren.

Mit „SIE WEINTEN; SIE SCHRIEN, SIE KAMEN UM!“ und „WIR ARBEITEN; WIR KAUFEN; WIR ERKRANKEN!“ nahm die Künstlerin eine Diagnose unserer gegenwärtigen Konsum- und Kapitalgesellschaft vor und setzte diese zu unserer Wahrnehmung von Geschichte in Beziehung: „Die Vergangenheit wird oft als heroisch, brutal und grausam betrachtet mit ihren großen Kriegen, Hungersnöten, Knappheiten und Plagen. Die Gegenwart Europas erscheint im Vergleich dazu gezähmt und gebändigt zu sein.“ Über Lautsprecher wird eine Klangkomposition mit Trommelwirbeln von Andrzej Juszczyk eingespielt.

Die Wahl für den Standort fiel gezielt auf die Mariahilfer Straße: Sie ist von jeher eine beliebte Einkaufsstraße Wiens mit geschäftiger Betriebsamkeit. So erreichte Jadwiga Sawickas Pestsäule besonders viele Wiener und Gäste der Stadt und zeigte ihnen eine künstlerische Interpretation von Konsum.

Ort

Mariahilfer Str. 1, 1070 Wien, Österreich

Weiterführende Info

Künstlerin

Jadwiga Sawicka
*1959 in Przemyśl (PL), lebt und arbeitet in Przemyśl (PL)
jadwigasawicka.pl

Kuratorin
Ursula Maria Probst

Partner und Förderer
Botschaft der Republik Polen

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PestsäuleJadwiga Sawicka

Zeitraum

17. November – 10. Dezember 2011

Termine

Presse

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