Zurück
Temporär

PER ALBINEin Ausstellungsprojekt

PER ALBIN

IM VORBEI
Mit Arbeiten von Veronika Beringer, Marei Buhmann, Lukas Maria Kaufmann, Mira Klug, Tina Kult, Jonas Maaßberg, Raphael Reichl und Johanna Terhechte, Projektkoordination: Clara Hofmann

22. Juni 2019 - 20. September 2019

In acht Bildserien von genauso vielen Künstler*innen begegnen sie einzelnen Momenten der Per-Albin-Hansson-Siedlung. Aus acht verschiedenen Perspektiven mit jeweils unterschiedlichen Arbeitsweisen befragen die Studierenden den konkreten Ort der Siedlung. Sie arbeiten sich vor zu den Strukturen der Siedlung: der historischen Entwicklung, den Anordnungen der Wohnhäuser mit ihren Fassaden, Grundrissen, den Grünflächen und ihrem Verhältnis zur Bebauung, den Bewohner*innen und gefundenen Versatzstücken. Der Prozess spannt einen weiten Bogen, bis alle Arbeiten in ihrem Nachdenken wieder zur Siedlung zurückkehren. Wenn sie das, was sie in der Siedlung vorfinden, in einen künstlerischen Prozess übersetzen, ist das Resultat dann Reflexion oder Imagination? Die Schaukästen werden zu Spiegeln und Fenstern zugleich.

An den Schaukästen vorbeizugehen, gleicht hingegen einem sehr langsamen Stop-Motion-Film, in welchem Bewegung zwischen den einzelnen Bildern stattfindet. So auch am Bergtaidingweg: Die eigene Bewegung korrespondiert mit den Bildserien, die eine metaphorische Bewegung implizieren. Die Frage nach der Zeit in Bildern spiegeln auch die einzelnen Arbeitsserien auf individuelle Weise wider. Abhängig vom Ausgangsmoment der Beschäftigung – dem Erkennen und Ausloten von Strukturen als innerer Gliederung oder äußerlicher Disposition – greifen die künstlerischen Beiträge einzelne Erscheinungen heraus, innerhalb dieser die Eigenzeitlichkeit des Bildes mit der Jetzt-Zeit der Betrachtung in ein Verhältnis treten.

Durch mehrfach stattfindende mediale und gedankliche Übersetzungen, werden mitunter sehr kleine Momente aus der Siedlung in ein allgemeines Nachdenken über Wahrnehmung ausgedehnt und mit der Frage nach der Politik des Ausstellens im öffentlichen Raum als spezifische raum-zeitliche Kategorie in Bezug gesetzt. So kommt auch der Ausstellungsraum in der Alma-Rosé-Gasse eine Doppelfunktion zu, die über eine für den Ort konzipierte Möblierung hergestellt wird. Letztere fungiert als Bildträger, wenn der Ausstellungsraum geschlossen ist. Ist er geöffnet, wandert die „Kunst“ als Möblierung nach draußen und der Raum selbst wird zur reinen Servicestelle.

____________________________________________________

Andreas Fogarasi und Christoph Ruckhäberle
Kultur und Freizeit – Leben und Arbeit

30. März bis 20. Juni 2019

Mit „Kultur und Freizeit“ greift der Wiener Künstler Andreas Fogarasi in der Siedlung vorhandene Einrichtungen auf, wie „das Haus der Begegnung“ oder die „Rundsporthalle“ und erweitert diese mit fiktiven Gemeinschaftseinrichtungen. Für jede einzelne Einrichtung entwirft der Künstler ein effektvolles, typografisches Logo. Mit den Schriftbildern aus realen und fiktiven Orten gelingt es Fogarasi, das widersprüchliche Verhältnis zwischen gemeinschaftsstiftender Einrichtung und ihrer Bedeutung als vermarktungsfähigem Imageträger für einen Ort wie die Per-Albin-Hansson-Siedlung kritisch zu befragen. Diese ortspezifische Auseinandersetzung verknüpft der Künstler mit seiner 2007 entstandenen Filmserie „Kultur und Freizeit“, die im Geschäftslokal in der Alma-Rosé-Gasse 2 zu sehen ist.

Auf Fogarasis grafische Arbeit antwortet der Leipziger Maler Christoph Ruckhäberle mit 12 Gemälden, die in PER ALBIN fotografisch reproduziert gezeigt werden. An Koloman Moser, bzw. die künstlerische Tradition der Wiener Werkstätten anknüpfend, hat Ruckhäberle die abstrakte Bilderserie mit dem Titel „Leben und Arbeit“ gefertigt, deren zentrales Element die weibliche, bzw. männliche Figur bildet. Von ihrer klassischen Repräsentationsfunktion abgelöst, fungiert diese hier als kompositorisches Stilmittel, um farbige, ornamenthafte Muster zu generieren. Darin zeigt sich der Versuch, die Einzelperson als Teil eines gesellschaftlichen Ganzen zu begreifen, in das sie eingebunden ist und an dessen Herstellung sie mit dem eigenen Handeln beteiligt ist.

Andreas Fogarasi, *1977 in Wien (AT), lebt und arbeitet in Wien.
Christoph Ruckhäberle, *1972 in Pfaffenhofen an der Ilm (DE), lebt und arbeitet in Leipzig.

____________________________________________________

Achim Lengerer mit Niina Lehtonen Braun
Scriptings#50: Mit dem Herzen lernen (Learning "by heart")
in Zusammenarbeit mit Niina Lehtonen Braun und dem Bewohner*innen-Zentrum Bassena der Per-Albin-Hansson-Siedlung

26. Januar bis 28. März 2019

Den Ausgangspunkt für Achim Lengerers kollaborativ angelegtes Projekt Scriptings#50: Mit dem Herzen lernen (Learning "by heart") bildet das Gedicht „In der Flucht“ der jüdischen deutsch-schwedischen Schriftstellerin und Lyrikerin Nelly Sachs. Mit einer kleinen Gruppe von Darsteller*innen mit unterschiedlichen Deutschkenntnissen u.a. aus der Per-Albin-Hansson-Siedlung lernt Achim Lengerer das Gedicht in Leseproben auswendig (Learning „by heart“). Diese Proben werden aufgenommen und in der temporären „Nelly-Sachs-Bibliothek“ im EKAZENT Alma-Rosé-Gasse zugänglich gemacht. Fragmente der Leseproben finden sich auch in den von Lengerer und der finnischen Künstlerin Niina Lehtonen Braun mehrsprachig gestalteten Schaukästen am Bergtaidingweg wieder, als Ausdruck einer kollaborativen „Verwandlung der Welt“ durch Sprache.

Niina Lehtonen Braun *1975 in Helsinki (FIN), lebt und arbeitet in Berlin (DE)
Achim Lengerer arbeitet als Künstler und Initiator des Ausstelllungs-und Publikationsprojektes Scriptings in Berlin.

____________________________________________________

PER ALBIN
Ein Ausstellungsprojekt im öffentlichen Raum
von Doris Krüger und Ilse Lafer

PER ALBIN ist ein temporäres Ausstellungsprojekt im öffentlichen Raum, initiiert und realisiert von KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien in Kooperation mit wohnpartner und Wiener Wohnen, das von 26. Januar bis 20. Dezember 2019 in der Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost im 10. Wiener Gemeindebezirk stattfi ndet. Der Anlass für die Realisierung eines KÖR-Projektes hat sich durch die Nominierung der Siedlung als Zielgebiet der IBA, der Internationalen Baustellung Wien, ergeben. PER ALBIN umfasst insgesamt fünf Ausstellungen, die „Kunst im öffentlichen Raum“ nicht als einmalige Setzung, sondern als im Grunde nicht abschließbares Projekt thematisiert. Gezeigt werden Projekte von nationalen und internationalen zeitgenössischen Künstler*innen, die sich dem Öffentlichkeitsbegriff mit Bezugnahme auf die Siedlung, ihren demografi schen, infrastrukturellen und sozialen Bedingungen widmen.

Ausstellung: Bergtaidingweg, Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost
Geschäftslokal: EKAZENT Alma-Rosé-Gasse 2, Top 5, 1100 Wien

Öffnungszeiten Geschäftslokal
Do, Fr, 14:00–18:00 Uhr
Kontakt: office@koer.or.at

Ort

Alma-Rosé-Gasse 2, 1100 Wien

Weiterführende Info

Die Ausstellungsprojekte ab Herbst 2019 werden zu einem späteren Zeitpunkt unter www.koer.or.at bekannt gegeben.

Zurück
Temporär

PER ALBINEin Ausstellungsprojekt

Zeitraum

26. Jänner – 20. Dezember 2019

U1 Neulaa, Bus 19A bis Wendstattgasse

Termine

Presse

Zu den Unterlagen

Kooperationspartner