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Temporär

Crossing 5.01Brigitte Kowanz und ihre Klasse „Transmediale Kunst“ an der Universität für angewandte Kunst Wien

Crossing 5.01

Die Abteilung „Transmediale Kunst“ an der Universität für angewandte Kunst Wien wurde von den WIENER LINIEN im Sommer 2012 in Kooperation mit der Kuratorin Ricky Renier eingeladen, ein Projekt für einen ungenutzten Raum, der die beiden Bahnsteige der U1-Station Schwedenplatz verbindet, zu entwickeln. Im Studienjahr 2012/13 wurde diese Fragestellung zum Jahresthema gewählt. Aufgabenstellungen waren die Auseinandersetzung mit dem gegebenen Kontext und die daraus resultierende Visualisierung einer ortsspezifischen Installation. Eine intensive Recherche zu diesem wichtigen Verkehrsknotenpunkt Wiens diente als Grundlage der Arbeiten. Es bildete sich eine Gruppe von 13 Studierenden, die von den Lehrenden in Gruppen- und Einzelgesprächen begleitet wurde.

Themen waren der Zusammenhang von Kunst und Raum und die Befragung von Kunst in der Öffentlichkeit. Eine zentrale Frage war, ob und wie Kunst ein Publikum außerhalb von Kunsträumen ansprechen kann und ob die Wirkungsräume solcher Projekte eine Alternative zum geschützten Kulturraum der Galerie bieten können.

Der vorgegebene Raum stand im Brennpunkt der Untersuchungen. Die Funktionalität von Raum wurde infrage gestellt und in Richtung Raumbild weitergedacht. Der Ort wurde als Transferraum befragt, und die konkrete Situation der Passantinnen und Passanten wurde reflektiert. Dabei ging es auch um die Interaktion von künstlerischen Setzungen mit gesellschaftlichen Prozessen. Die Rückwirkung des Kontexts auf das Werk ist im öffentlichen Raum komplexer als im White Cube. Diese Auseinandersetzung bot den Studierenden die Möglichkeit, Projekte für einen konkreten architektonischen Raum außerhalb der Universität, einer Galerie oder anderer Kunstorte zu realisieren. Manche Studierende griffen das Thema Bewegung und Mobilität auf, während sich andere an historischen Fakten oder an gestalterischen Mitteln der Umgebung orientierten. Im Geschehen der Masse wurden kleine persönliche Gesten aufgespürt, doch zugleich gab der Raum auch Anlass, globale ökologische Fragen zu stellen.

Wie der Ort unzählige Schnittpunkte zwischen Menschen und historischen Ebenen bereithält, so waren auch die Reaktionen der Studierenden im Umgang mit dem gegebenen Raum vielfältig. Kunst im öffentlichen Raum erhebt im Allgemeinen den Anspruch, über das spezialisierte Publikum der Kunstinstitutionen hinaus breitere Rezipientenkreise zu erreichen. Das dahinterstehende Interesse kann von umweltgestalterischen Ansprüchen bis zu subversiven Absichten und politischen Manifestationen reichen. In den 13 Arbeiten zeigte sich zugleich, wie sich transmediale Kunst auf das gesellschaftliche Feld ausdehnt. Das betrifft vor allem das Interesse an den Interferenzen und Interaktionen von Körper-, Raum- und Zeitkonzepten sowie an soziopolitischen und soziokulturellen Aspekten.

Text: Brigitte Kowanz

Ort

U1-Station Schwedenplatz zwischen den beiden Bahnsteigen, 1010 Wien

Weiterführende Info

KünstlerInnen
Victor Bamieh, Stephan Blumenschein, Nina Frgic, Xaver Gschnitzer, Julian Inic, Alfred Lenz, Lukas Matuschek, Sarah Rechberger, Julia Rohn, Florian Sorgo, Anna Vasof, Nicole Weniger, Laura Wolfsteiner
transmedialekunst.com

Kurator
Ricky Renier

Partner und Förderer
WIENER LINIEN, Universität für angewandte Kunst Wien (Abteilung „Transmediale Kunst“)

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Temporär

Crossing 5.01Brigitte Kowanz und ihre Klasse „Transmediale Kunst“ an der Universität für angewandte Kunst Wien

Zeitraum

26. Juni 2014 bis Juni 2015

Vermittlung

Gedrucktes

Links

Angewandte - Transmediale Kunst